— 12 — des Schwiharbeitsystems und der Hausindustrie wird eine vom Referenten Tiiniu beantragte Resolution angenommen, die Ausdehnung des Arbeiterschutzes auf die Lausindustrie, Kontrollierung dieser durch Aufsichtsbeamte, die mindestens zur Hälfte aus Arbeitern bestehen müssen, verlangt und die Genossen auffordert, den Kampf für Beseitigung dcs Zwischenmeistersystems und für Errichtung von Bctriebswerkstätten nach Kräften zu unterstützen. Gotha (I I. bis 16. Oktober 1896). Der Parteitag nimmt Resolutionen an in bezug auf den Arbeitcrschutz und die Frauenagitation, wiederholt ­ die Maifeierresolution der früheren Kongresse mit der etwas verschärften Wendung „der Parteitag macht es den Arbeitern und Arbeiterorganisationen ­ zur Pflicht, . . . überall da, wo die Möglichkeit zur Arbeitsruhe vorhanden ist, die Arbeit am 1. Mai ruhen zu lassen", und bestätigt die Maßnahmen, welche die Reichstagsfraktion aus Anlaß der behördlichen Schließung der für einen Verein erklärten Parteileitung — der „Köller-Kurs" (siehe weiter unten) — getroffen hatte: Einsetzung eines geschäftsführenden Ausschusses in Hamburg und Übernahme der politischen Leitung der Partei durch die Reichstagsfraktion, bis die Rechtsfrage ­ durch das Reichsgericht entschieden sei. Hamburg (3. bis 9. Oktober 1897). Die Maifeier-Resolution von Gotha wird erneuert, den Beschlüssen eines in Zürich abgehaltenen internationalen ­ Arbeiterschutzkongresses wird zugestimmt, die Resolution des Kölner Parteitags betreffs der Wahlenthaltung bei den preußischen Landtags wählen wird nach eingehender Debatte mit 160 gegen 50 Stimmen aufgehoben und mit 145 gegen 64 Stimmen eine von Bebel vorgeschlagene und vom Kongreß amendierte Resolution angenommen, welche die Beteiligung ­ an den nächsten preußischen Landtagswahlen überall dort für geboten erklärt, wo die Verhältnisse eine solche den Parteigenossen ermöglichen, Kompromisse und Bündnisse mit anderen Parteien jedoch für unstatthaft erklärt. Stuttgart (3. bis 8. Oktober 1898). Die wichtigsten der von diesem Parteitag ­ beschlossenen Resolutionen betreffen die Abrüstungsfrage (Kritik des Abrüstungsvorschlags des Zaren Nikolaus II.), das Koalitionsrccht (Antwort auf die Tischrede Wilhelms II. in Öynhausen, die Zuchthausstrafe für die Anreizung von Streiks in Aussicht stellte), die Landtagswahlbcteiligung in Preußen (Freigabe der Entscheidung über Eintritt in den Wahlkampf an die Genossen in den einzelnen Wahlkreisen und Festsetzung ­ der Bedingungen für die Unterstützung von Nichtsozialisten in Stichwahlen), ­ den Bergarbeiterfchutz (Annahme einer von Hermann Sachse begründeten Resolution zugunsten eines durchgreifenden Bergarbeiterschutzes), die Attentate und die Repressionspolitik (Verwerfung der Attentate auf hochgestellte Personen und Verurteilung der Ausnutzung von Attentaten zu politischen ünterdrückungsmaßrcgeln), sowie die Zoll- und Landelspolitik (entschiedene Ablehnung der Schutzzöllnerei und Aufforderung, bei Handelsverträgen im Sinne der Verkehrsfreiheit zu kämpfen). Zu diesem letzteren Punkte waren zwei Resolutionen beantragt — die eine vom Referenten Schippe!, die andere von K. Kautsky —, die zwar aus die gleichen Forderungen hinausliefen, aber in der Tonart und zum Teil auch in der Begründung von einander abwichen, und obwohl Schippe! schließlich