15 8 und 9. Verstorbene Redakteure des „Vorwärts" erwarte, „daß Bernstein sich dieser Erkenntnis nicht verschließen und danach handeln werde". München (14. bis 20. September 1902). Wichtigste Beschlüsse: Eine von Molkenbuhr begründete Resolution betreffs Ausdehnung, Ausbau und Vereinheitlichung der Arbeiterversicherung, eine Resolution, welche die Sondcrorganisation der Polnischen Sozialistischen Partei in Deutsch land sür ungerechtsertigt erklärt, sowie eine Resolution, die den sozialistischen Frauen das Recht auf eigene Vertrauenspersonen zuspricht. Dem Partei vorstand wird ein eingehendes Referat Lindemanns über Kommunalpolitik zur Verwendung, ein Referat Bebels über die für 1903 bevor stehende Reichstagswahl zur Herausgabe als Broschüre überwiesen. Die Mitarbeiterschaft hervorragender Parteivertreter an den „Sozialistischen Monatsheften" bildet den Gegenstand einer lebhaften Debatte, ohne zu einer Beschlußfassung zu führen. Dresden (13. bis 20. September 1903). Nach langen und erregten Debatten wird eine Resolution angenommen, welche für die Mitarbeit von Sozialisten an bürgerlichen Blättern gewisse Regeln aufstellt, und ebenso eine Resolution gegen revisionistische Bestrebungen, welche die auf dem Klassenkampf beruhende Taktik der Partei in eine Politik der bloßen Reformierung der bürgerlichen Gesellschaft abändern wollen. Zur ersteren Resolution hatte die Mitarbeiterschaft von Georg Bernhard, Lily Braun und noch einigen Parteigenossen an der Lardenschen „Zukunft" und eine Polemik der Genannten mit Franz Mehring, zur letzteren eine Anregung Ed. Bernsteins Anlaß gegeben, die Reichstagsfraktion der Sozialdemokratie solle ihren Anspruch auf den ihr nach ihrer Stärke gebührenden Vizepräsidentenposten geltend machen und den Gegnern die Ablehnung nicht durch Verweigerung von Repräsenta- tionspflichten erleichtern. Die Frage war durch den großen Wahlsieg der Sozialdemokratie vom 16. Juni 1903 und die ihm vorhergegangenen Kämpfe im Reichstag — die Obstruktion der Sozialdemokratie gegen die Durch-