I — 51 — 29. Karikatur aus dem „Kladderadatsch" auf den Reichstagsabgeordneten und ehemaligen Schankwirt Genossen Fritz Zubeil im aufgelösten Reichstag die Ansicht, die Sozialdemokratie werde nur zweckmäßig handeln, wenn sie im neuen Reichstag die ihr nach ihrer Stärke zukommende Vertretung im Präsidium beanspruche und den Gegnern die Verweigerung nicht dadurch erleichtere, daß sie für ihren Kandidaten es von vornherein ablehne, an den üblichen Besuchen des Präsidiums beim Kaiser teilzunehmen. Obwohl nun in dem Artikel ausdrücklich das Fest halten am republikanischen Standpunkt der Sozialdemokratie betont war, ward er in liberalen Blättern als Bekennerschaft zur „Loffähigkeit" gepriesen und versetzte, da die große Mehrheit der Sozialdemokratie im Lande zuerst nur durch den Kanal dieser Blätter den Vorschlag zu hören bekam, viele Genossen in großen Anmut. Die Mißstimmung wurde erhöht durch Preßstreitigkeiten zwischen Franz Mehring und einigen Parteimitgliedern, welche im Rufe des Revisionismus standen und es mit den Interessen der Sozialdemokratie für verträglich hielten, an der Wochenschrift „Zukunft" mitzuarbeiten, obwohl deren Herausgeber, Maximilian Lar den, sich politisch wenig taktfest gezeigt hatte. Leftig angegriffen wurde namentlich ein Artikel Georg Bernhards in der „Zukunft", „Parteimoral" betitelt, worin — allerdings in Verteidigung der Führer der Sozialdemokratie gegen einen Kritiker — es als allgemeine Regel des politischen Lebens und darum auch berechtigtes Verfahren von seiten dieser Führer hingestellt wurde, in Linblick auf w erst Lalbgewonnenen der Masse der Partei nicht die volle Wahrheit u e<, Zwecke ihrer taktischen Maßnahmen zu sagen. Aber auch Artikel von P- 9/ W. Leine und G. v. Vollmar erregten Anstoß, und so kam es aus