31 stieg! Gemeinsam mit den russischen Arbeitern haben sie den Zarismus ge stürzt und die schmarotzenden Großgrundbesitzer verjagt. Das Land gehört in Rußland den schaffenden Bauern und Arbeitern. Wer den Boden bearbeitet hat, hat auch die Nutznießung. Darum sind unsere russischen Berufskollegen heute imstande, nicht nur ihren eigenen Mißerntegebieten, sondern auch uns praktische Hilfe zu senden. Ihre Regierung, die nicht wie bei uns eine Regie rung der Kapitalisten und Bureaukraten ist, sondern eine Regierung der Ar beiter und Bauern, hat ein warmes Herz für die Nöte des kleinen schaffenden Mannes, nicht nur im eigenen Lande, sondern auch für andere Nationen. Berufskollegen! Bundesfreunde! Wir danken den russischen Brüdern, der russischen Arbeiter- und Bauern-Regierung für diesen ersten Beweis tätiger Hilfe. Wir deutschen Kleinbauern haben erkannt, daß die Kapitalisten und Groß grundbesitzer uns nicht helfen wollen, sondern im Gegenteil unsere Lasten nur immer drückender, unsere Not immer unerträglicher machen. Wir haben erkannt, daß nur die organisierte Selbsthilfe der schaffenden Bauern im Bündnis mit der kampfbereiten Arbeiterschaft imstande ist, uns zu retten. Wir sehen aus dem Verhalten unserer russischen Berufskollegen, daß der Weltbund der Bauern kein leeres Wort ist, sondern eine Organisation der Tat, und eben der „Internationale Bauern-Ra t", mit dem unsere ,,A rbeitsgemein- schaft der schaffenden Landwirte, Pächter und Siedler" gemeinsam arbeitet, verwirklicht den Weltbund der Bauern aller Länder und kämpft für Boden und Freiheit. Die Hilfsbereitschaft der landwirtschaftlichen Genossenschaften Sowjet- Rußlands wird uns ein Ansporn sein, die eigenen kleinbäuerlichen Genossenschaften fester zusa m m enzufassen und besser auszubauen. Das Entgegenkommen der Sowjetregierung muß uns an feuern, jetzt erst recht von der deutschen Regierung die notwendigen zinslosen Kredite und Frachtermäßigungen zu verlangen. Das Bündnis der Arbeiter und Bauern in Sowjet-Rußland, das dort einen Arbeiter- und Bauernstaat auf richtete, soll uns als Beispiel dienen für das, was auch die deutschen Arbeiter und Bauern haben müssen. Es lebe das Bündnis der russischen und deutschen Arbeitsbauern! Es lebe der Weltbund der Bauern und Arbeiter! Was Lenin zur Genossenschaft sagte Noch niemals in der Weltgeschichte hat eine Regierung die genossenschaftlichen Selbsthilfeorganisationen der werktätigen Be völkerung in Stadt und Land als Organe des Staates benutzt. Es ist auch klar, daß ein kapitalistischer Staat die proletari schen antikapitalistischen Genossenschaften entweder bekämpfen, schikanieren oder hemmen muß; bestenfalls kann er sie dulden — es sei denn, er versteht sie zu seinen eigenen Interessen auszunutzen, wodurch diese Genossenschaften dann den Interessen ihrer Klasse verlorengehen. Der erste Arbeiter - und Bauernstaat hat natürlicher weise die gegenteilige Einstellung zur Arbeiter- und Bauern genossenschaft, als sie ein kapitalistischer Staat hat, Der Sow jetstaat, der den Kapitalismus beseitigt, nimmt als erster Staat der Welt die Genossenschaften zu den Grundelementen seiner neuen wirtschaft lichen Aufbaupolitik. In Sowjet-Rußland sind die Ge