5g gaben ; keineswegs nur in Ungarn. Man denke an Neapel und Sizilien 1 , an Mailand 2 , Belgien. Bezüglich der Zugehörigkeit zur katholischen Religion sind, abgesehen von früheren hausgesetzlichen Bestim mungen und der « Observanz » des Hauses Österreich, durch den Heiratsvertrag vom io. August 1719 3 und in der Renunziation vom 19. August 1719 4 genaue Anordnungen getroffen worden, u. a. : « Cum omnes, qui alicui alteri quam catholicae apostolicae Romanae religioni addicti vel addictae essent, ab omni supradicta successione ex nunc in perpe- tuum pro exclusis et inhabilibus habendi sint, prout et eos easque pro perpetuo exclusis et inhabilibus hisce habemus ac declaramus. » Zum großen Teil sind sie laut Turba 5 wörtlich in die Renunziation Maria Amalias von 1722 über nommen worden. Im Jahre 1731 wird bemerkt, daß es sich da um eine Domestica handle, die nicht von dem Beheben eines Dritten oder gar eines «gantzen Universi» abhängig zu machen sei, um eine ganz autonome und durch die Ver einbarungen mit Chur-Sachsen und Chur-Bayern hinläng lich geklärte Frage des Erzhauses. Es ist nicht zutreffend, daß dieses Problem erst und nur für Ungarn gelöst wurde. Der frühere Oberstkämmerer Fürst Leopold Donat Trautsohn, eines von den vier Mitgliedern der geheimsten Konferenz, hatte im Jahre 1713 die Meinung vertreten 6 , ratione Hungariae et Transilvaniae non habere rationem particularem. Und wenn Seilern demgegenüber auf die besondere Beschaffenheit Ungarns hinwies, so sind auch und gerade seine näheren Ausführungen 7 über die Stellung Ungarns und die Ergebnisse, die sich jedem beim vorurteils losen Verarbeiten des Materials einstellen, für die Lehre von 1 Turba, Grundlagen, T. I, S. 191. 2 Turba, Grundlagen, T. I, S. 193. 3 Bruchstücke daraus bei Turba, Grundlagen, T. II, S. 192 f. 4 Abgedruckt zuletzt in der « Festschrift », S. 54 ff. 8 Grundlagen, T. II, S. 461, Anm. 54a, u. S. 468, Anm. 19. 8 Protokoll dieser Konferenz vom 5. April 1713. 7 Oben erwähnt.