62 infolge des Zolles jede Konkurrenz ausgeschlossen außer bei leichteren Spezialitäten. Ein regel mäßiges und einigermaßen nutzbringendes Geschäft erfolge nur noch in baumwollenen Artikeln, bei denen die Differenz in den Arbeitslöhnen eine Rolle spiele. Dann bemerkt der Inhaber der Firma: »Aus meinem regelmäßigen Verkehr mit Ein käufern glaube ich festgestellt zu haben, daß der Wunsch nach einem Tarifvertrag drüben allerorts dort besteht, wo man sich mit dem Import befaßt. Gegner eines derartigen Tarifvertrags sind natür lich die amerikanischen Fabrikanten, die in dem Manufacturers Club in Philadelphia einen Mittel punkt haben, der außerordentlichen Einfluß im Kongreß besitzt. Die Möglichkeit eines Tarif vertrags scheint vorhanden zu sein, sobald Amerika weiß, daß es die Meistbegünsti gung nicht mehr genießen kann, und spe ziell den amerikanischen Landwirten die Ge fahr klar wird. Das jetzige Vertrags Verhältnis ist durchaus unangemessen; Ermäßigungen auf Bildhauerarbeiten und Gemälde sind gegenstands los, da ein Marktwert hier nicht existiert. In Wein und Spirituosen dürfte der Export eine sehr untergeordnete Rolle spielen und sich auf Speziali täten beschränken, die die Ermäßigungen nicht verdienen oder gar nicht brauchen. Meiner Ansicht nach sollten diese Konzessionen lieber geopfert als den Amerikanern wieder der Konventionaltarif eingeräumt werden. Jedenfalls wäre es höchst unpraktisch, die Meistbegünstigung gegen Konzessionen in solchen Artikeln einzuräumen, deren Ex port einen so unbedeutenden Faktor dar stellt und auch ohne Konzessionen statt- finden würde. Wir brauchen Konzessionen in den Waren, welche in großen Quantitäten aus geführt werden können und einer großen Anzahl von Arbeitern Beschäftigung gewähren. ... So außerordentlich schwierig die Verhältnisse in den Zollfragen mit Amerika auch liegen mögen, so ist doch anzunehmen, daß die Amerikaner auch selbst ein großes Interesse an der Aufrechter haltung guter Beziehungen mit uns hegen müssen.« Wie die Annaberger Posamentenfabri kation über die Neuregelung unserer Beziehungen zur Union denkt, haben wir bereits erwähnt. »Nur in Artikeln, in welchen viel Handarbeit ent halten ist, sind wir Amerika noch überlegen, da die amerikanischen Löhne höher sind als die unserigen.« In Knöpfen (Crochet-buttons) würde eine Minderung der Zölle um 20 °j 0 eine Hebung der Ausfuhr erwarten lassen. In gestickten Spitzen und Spitzenarti keln aus Baumwolle, Seide, Leinen, in Spitzen-