82 Als ausgeschlossen kann gelten, daß eine Minderung der derzeitigen amerikani schen Zölle um 20% von Vorteil wäre für 1. die Holztypenindustrie. Der Zoll be trägt hier 25% vom Wert. Angesichts der hohen Entwicklung dieser Fabrikation in den Vereinigten Staaten, ihrer billigen Hölzer und des vorzüg lichen Maschinenmaterials kommt dort kein deutscher Wettbewerb auf. Eher umgekehrt. Man verlangt hier, daß der gleiche Zoll auf die amerikanische Einfuhr nach Deutschland gelegt werde wie auf die Einfuhr in die Union. 2. die Kabelindustrie. Nach Ansicht einer süddeutschen Firma kann man nicht daran denken, künftig Beziehungen zu Amerika anzuknüpfen. Die Branche ist drüben so hoch entwickelt wie bei uns und verfügt über niedrige Rohmaterial preise und einen enormen Zollschutz. 3. die Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen. Die Amerikaner sind hier die ersten Fabrikanten. Eine Minderung des Zolles von 45% auf 36% wäre ohne jeglichen Nutzen für unseren Export nach drüben. 4. für Heizkessel. Die Klassifizierung dieses Artikels im amerikanischen Tarif ist sehr schwer; das Produkt zahlt entweder 45% oder 8—IO Cents pro Pfund = 180%. Der deutsche Zoll beträgt 6—8 % vom Wert. Wenn wir nach Amerika exportfähig werden sollen, muß der amerikanische Zoll auf 10% vom Werte herabgesetzt werden; und das ist nach Lage der Sache kaum zu erwarten. 5. Aus Mannheim wird uns ferner als charak teristische Äußerung mitgeteilt, daß amerikanische Fabrikanten von Zentralheizungsapparaten vor zwei Jahren deutschen Konkurrenten ihre Be triebe mit dem ausdrücklichen Bemerken zeigten, daß dies ja für sie unbedenklich sei, da Deutschland ihnen in ihrem Lande niemals würde Konkurrenz machen können, weil sie ihre hohen Zölle nie würden fallen lassen. Eine 20prozentige Minde rung der derzeitigen amerikanischen Zölle dürfte demnach für uns kaum von Wert sein. Aussichtslos wäre höchst wahrscheinlich trotz 20 prozentiger Reduktion der amerikanischen Zölle auch die Ausfuhr 6. von Lampen, 7. von Erzeugnissen aus Kupfer und Messing. Hier rechnet man viel mehr mit der amerikanischen Einfuhr zu uns als der Ausfuhr nach dort. 8. von Erzeugnissen der Großeisenindustrie (Konstruktionseisen), 9. für Papierknöpfe, Hartpapierwaren usw. In Amerika existieren drei große Knopf fabriken, deren Überproduktion sich auf allen