halber aus Berlin auszogen, kurz, die Ausiedlung rings um die Reichs hauptstadt nahm zu, und bald fanden sich auch Unternehmer, die die Bauernheide zwischen dem Bahnkörper der Schlesischen Bahn und dem Dorfe Kleinschönebeck als für ihre Zwecke günstig betrachteten. Im April des Jahres 1893 verkaufte der Rittergutsbesitzer von Schöneiche etwa 40 Morgen, welche er 1876 bei der Parzellierung einer Wirtschaft zu Kleinschönebeck pro Morgen mit 50 Mk. erstanden hatte, an ein Berliner Bankhaus mit 500 Mk. für den Morgens) Dieses veräußerte das ehemalige Pelsland (Pilzland) an zwei Kauf leute zu Parzelliernngszwecken. In diesem von der Königlichen Forst umgebenen Teil der Schöne becker Gemarkung, der bei der Separation vom Domänenwald abge trennten Banernabfindnng, gründeten sie in vielleicht 2i/ s km Ent fernung vom alten Dorf eine Kolonie 2 ) und nannten diese Nengrunewald. Als die Aufsichtsbehörde die Führung dieses Namens untersagte, um Verwechslungen vorzubeugen, brachte die Gemeinde die Nanien Fichte nau, Waldesgrün und Waldruh in Vorschlag, von denen der erst genannte gewählt wurde. Fichtenau hat im Laufe der Jahre an Einwohnerzahl das Mntterdorf überflügelt, hat eigene Postagentur mit dem Namen Fichtenau und durch seine stets wachsende Ausdehnung im wesentlichen die Steigerung der Haushaltssummen beeinflußt. Durch Fichtenau ist Kleinschönebeck daher auch in die Reihe der Berliner Vororte 3 ) eingetreten. Gehört also Fichtenau auch zur Kleinschönebecker Gemarkung st, so ist doch das kommunale Leben dergestalt nach der ') Schnlchronik von Fichtenau. a ) Nach der Rechtspr. d. OVG. ist der Begriff der Kolonie dann gegeben, wenn eine größere Anzahl von Ansiedelungen, sei es von einem Unternehmer nach einheitlichem Plane, oder aber von mehreren angelegt werden soll. Zum Begriff einer Kolonie gehört also die Errichtung einer Mehrzahl neuer Ansiedelungen in räumlichem Zusammenhang. st Paul Voigt, Grundrente und Wohnungsfrage in Berlin und seinen Vor orten, S- 150: „Für den Begriff des Vorortes sind lediglich wirtschaftliche Ge sichtspunkte entscheidend. Als Vororte sind Ortschaften mit gesonderter politischer Verwaltung anzusehen, die in einem engen wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis zur benachbarten Stadt stehen, ohne mit ihr vollständig zu einer baulichen Einheit verschmolzen zu sein. — In unserem Falle demnach alle diejenigen Orte, die gewissermaßen als Vorwerke der Hauptstadt in großem Umkreis vorgelagert sind, die trotz administrativer Selbständigkeit und trotz einer mehr oder weniger großen räumlichen Trennung als Teile des ungeheuren wirtschaftlichen und sozialen Komplexes „Groß-Berlin" angesehen werden müssen." st Die Berliner Vororte, ein Handbuch: „Der Ort selbst zeigt keine Terrain entwicklung. Der Schwerpunkt liegt in der zur Gemeinde gehörigen Kolonie Fich tenau, jedoch macht sich schon bei der Schönebecker Mühle, die hübsch zwischen Fichtenau und dem Dorfe liegt, eine Entfaltung bemerkbar. Sodann ist in der Schönebecker Heide eine neue Kolonie (Grätzwalde) in der Entwicklung begriffen."