77 minder bemittelten Schichten, die am allerwenigsten aus eigener Kraft sich von ungesunden Verhältnissen losreißen können, wie es bei Be sprechung der Bodenverhältnisse bereits gezeigt ist. Weitergehend handelt es sich aber beim Gesundheitswesen um das Wohl der Gesamtheit der Bevölkerung. Vorkehrungen gegen Seuchen und ansteckende Krankheiten gehen alle an. Sorge für Sauberkeit in Gastwirtschaften und Herbergen, Reinlichkeit in Bäckereien und Schlächtereien, sowie die Vorkehrungen gegen gesundheitsschädliche Einrichtungen sind aber Aufgaben der Sanitätspolizei, also der Polizei, an deren Verwaltung die Gemeinde nur einen geringen Anteil hat. Um jedoch auch ihrerseits einen guten Einfluß auf eine gedeihliche Entwicklung auf diesem Gebiete geltend machen zu können, wurde am 2. 10. 1906 eine Gesundheitskommission ins Leben gerufen, die aus dem Gemeindevorsteher als Vorsitzendem, dem Kommunalarzt, dessen Besoldung in der Rechnung für Armenwesen ausgewiesen wird, dem Brunnenbauer, einem Bausachverständigen und außerdem 4 Mitgliedern, von denen je 2 im Dorfe und in der Kolonie wohnen, besteht. Ihre Aufgabe^) ist es, von den gesundheitlichen Verhältnissen des Ortes durch gemeinsame Besichtigungen sich Kenntnis zu verschaffen, in Gemeinschaft mit dem Kreisärzte die gesundheitlichen Maßnahmen der Polizeibehörde zu unterstützen, den beteiligten Selbstverwaltungs- und Polizeibehörden als beratendes und begutachtendes Organ zu dienen, über alle von diesen Behörden ihr vorgelegten Fragen des Gesundheits wesens sich gutachtlich zu äußern, durch Belehrung und Aufklärung der Bevölkerung die Durchführung gesundheitlicher Maßnahmen zu erleichtern, Mißständen, welche den Ausbruch und die Weitervcrbreitung gemein gefährlicher Krankheiten zu befördern geeignet sind, nachzuforschen und insbesondere aus eigener Initiative Vorschläge über die Beseitigung gesundheitswidriger Zustände, Verbesserung bestehender Einrichtungen und Einführung zeitgemäßer Neuerungen zu machen. Auf diese Weise ist in Anbetracht der Verhältnisse nach Möglich keit für das Gesundheitswesen gesorgt, wenn sich auch bisweilen Miß stände dadurch herausgestellt haben, daß mit Rücksicht auf eigene Un annehmlichkeiten Bedenken getragen wurden, einem Übelstande abzuhelfen. Da die Posten ehrenamtlich verwaltet werden, erwachsen der Ge meinde durch die Tätigkeit der Kommissionsmitglieder keine Ausgaben. Als nächsterreichbare Krankenhäuser stehen das Verbandskranken haus zu Kalkberge und das Krankenhaus für die Nordöstliche Baube- rufsgenosfenschast in Wilhelshagen zur Verfügung, ferner das Teltower Kreiskrankenhaus zu Britz und die Königliche Charit« zu Berlin. st Vgl. Geschäftsanweisung f. Gesundheitskommisstonen vom 13. 3. 1901.