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beweist  das  Bestehen  einer  eigenen  liberalen  Gruppe.  Wie  ost
hören  wir  heute,  daß  man  sagt,  die  alten  historischen  Gegensätze
von  Liberalismus  und  Konservatismus  bestehen  nicht  mehr.
Ja,  meine  Damen  und  Herren,  im  deutschnationalen  Lager
.  scheint  man  doch  selbst  anderer  Meinung  zu  sein,  denn  das  Bestehen ­
  dieser  liberalen  Gruppe  ist  doch  nur  so  zu  erklären,  daß
man  den  Liberalismus  schützen  will  gegen  das  Ueberwuchern  anderer ­
  Einflüsse  in  dieser  Partei.  (Sehr  richtig!)
Nun  bitte  ich  Sie,  einmal  auf  die  letzten  Ereignisse  einen
Blick  zu  Wersen.  Auf  dem  Deutschnationalen  Parteitage  war
nur  ein  Schrei  nach  allerschärfster  Opposition  gegenüber  der  Regierung. ­
  Kurz  darauf  aber  vertrat  der  Vorsitzende  der  Partei
im  Preußischen  Landtag  ein  sogenanntes  Ordnnngsprogramm,
von  dem  er  sagte:  auf  dieses  Programm  kann  man  sich  einigen
von  der  äußersten  Rechten  bis  znm  rechten  Flügel  des  Sozialismus. ­
  Also,  welches  ist  nun  die  Politik?  Ist  es  die  der  allerschärfsten
  Opposition  oder  ist  es  die  der  Sammlung?  Mir
scheint,  hier  gürt  noch  unendlich  vieles,  und  wir  haben  keine
Veranlassung,  anders  als  ruhig  diesem  Prozeß  gegenüberzustehen ­
  und  dabei  unsere  Stellung  vielleicht  nur  nach  der  einen
Richtung  hin  fest  zu  umreißen,  indem  wir  feststellen:  Das  alte
Deutschland  war  in  seinen  Fundamenten  gesund.  Das  werden
wir  jederzeit  anerkennen.  In  der  Liebe  zu  ihm  sind  wir  uns
einig,  aber  darüber  wollen  wir  uns  auch  klar  sein  und  es  offen
aussprecheu:  Für  konservative  Gedanken,  wie  sie  im  alten
Deutschland  von  der  konservativen  Partei  unter  Heydebrands
Führung  vertreten  wurden,  ist  in  dem  neuen  Deutschland  kein
Raum,  und  das  Elend  des  neuen  Deutschlands  kommt  zum  Teil
mit  daher,  daß  solange  beherrschender  Raum  dafür  im  allen
Deutschland  gewesen  ist.  sLebhafter  Beifall!)
Das  parteipolitische  Elend  begann  mit  dem  Sturze  Bülows
durch  Hcydebrand.  Damit  scheiterte  der  erste  Versuch  einer  vernünftigen ­
  Parlamentsmehrheit,  die  auch  den  Linksliberalismus
erzog,  die  einen  Trennungsstrich  zog  gegen  Sozialdemokratie
und  Ultramontanismus.  Engherzigkeit  und  Einseitigkeit  machte
die  Finanzreform  zunichte,  welche  die  indirekten  Steuern  dem
Volke  erträglich  zu  machen  suchte  durch  das  Aequivalent  der
Erbschaftssteuer,  über  die  man  heute  nicht  mehr  debattieren