— Erfolglosigkeit neutraler Proteste — 21 davon gesprochen, daß die kleineren neutralen Staaten während des Krieges sich von der Gewaltherrschaft Eng lands überzeugen würden und dann, in Anlehnung an deutsche Führerschaft, für ein neues Völkerrecht eintreten würden, welches die bestehende englische Willkürherrschaft auflöse. Diese erträumte moralische Unterstützung kleinerer neutraler Länder, wie z. B. der Schweiz, Hollands, Schwe dens und Dänemarks, ist heute mehr oder weniger ver wirklicht. Alle diese Länder haben in dieser oder jener Form gegen die willkürlichen und schikanösen Maßnahmen Englands protestiert. Unzählige Artikel sind in den Blät tern dieser Länder erschienen unter Überschriften, die etwa dieser deutschen Bankfilialen, an der die englischen Behörden ja schon seit Kriegsausbruch mit heiligem Eifer arbeiten, zu beschleunigen: man scheut zu diesem Ziele jetzt nicht mehr davor zurück, diejenigen Wertpapiere aus diesen Depots, auf die von den Banken Vorschüsse gegeben waren, zwangsweise zu verkaufen, um auf diese Weise die Konten zu liquidieren, wider den Willen der Banken sowohl wie ihrer Kunden, wobei die letzteren je nach der Kursentwicklung schwere Schädigung zu gewärtigen haben, ohne sich dagegen schützen zu können. Aber tatsächlich geht der Rechtsbruch noch viel weiter. Denn es sind sämtliche Depots, auch die nicht mit Vorschüssen be lasteten, den Banken fortgenommen worden. Und wenn auch einst weilen noch nicht gesagt ist, daß sie nun einfach konfisziert, gekapert werden sollen, so kann doch niemand wissen, was noch geschehen wird. Das Privateigentum der Besitzer, das im Vertrauen aus die elementarsten Regeln des Rechtsstaats hin terlegt war, ist gewaltsam in die Macht der englischen Behörden gebracht. Es fehlt jetzt bloß das eine noch, daß diese Gewalttat, die sich einstweilen nur aus die deutschen Bankfilialen in London er streckt, nun auch auf den deutschen Besitz bei anderen englischen Banken ausgedehnt werde. Kann demnach auch gar kein Zweifel bestehen, wie berech tigt für alle Zukunft die äußer st e Vorsicht im Wiederanknüpfen dauernder wirtschaftlicher Be ziehungen zu England sein muß, wie berechtigt es wäre, sie völlig zu vermeiden, so beantwortet die „Kreuz-Zeitung" in dem erwähnten Aufsatz die Frage nach der Möglichkeit eines solchen Verzichtes."