22 Mille" und „Macht" — lauteten: „Wie der neutrale Handel geknebelt wird", oder „Englische Anmaßung", oder „Was bleibt von unserer wirtschaftlichen Unabhängigkeit" usw. Die moralische Grundlage für ein neues Recht wäre also da. Der Wille, dieses Recht zu haben, könnte in einem neuen Kriege nicht stärker sein als jetzt. Aber gerade dis Tatsache, daß zwar der Wille vor handen ist, nicht aber die Macht, diesen Willen durchzusetzen, zeigt auf das deutlichste, daß es mit dem guten Willen allein nicht getan ist. Was solle, so schrieb vor einiger Zeit ein schwedisches Blatt, Schweden gegen über England tun, wenn doch selbst das weit mächtigere Deutschland nicht imstande sei, die Gewaltherrschaft Eng lands zur See zu brechen? Es sei zuviel verlangt, wenn man von Schweden in dieser Frage mehr erwarte, als selbst Deutschland tun könne. Das Blatt hatte vollkommen recht. Nirgends wie hier hat es sich so sehr gezeigt, daß die Ver wirklichung eines Rechtes von der Machtstärke abhängig ist, welche das Recht vertritt und hinter ihm steht. Die Neutralen werden niemals in der Lage sein, nur weil sie neutrale, kleine und auf Anerkennung ihrer Rechte rech nende Länder sind, die „Freiheit der Meere" durchzusetzen. Ihre moralische Unterstützung aber wird uns erst dann nützen können, wenn wir selbst die Kraft zur Durchführung dieses Rechtes haben. Dann mag die Zustimmung der neutralen Länder zur Verwirklichung dieser Rechtssätze als moralische Unterstützung und Rechtfertigung unserer Hand lungsweise von Nutzen sein. Diese für uns notwendige Machtstellung werden wir aber niemals erlangen, wenn wir den Urheber des heutigen Unrechts nicht auf die Knie zwingen und so treffen, daß die von ihm angemaßte Ty rannei zur See ein für alle mal erschüttert wird. Wenn wir uns nur auf papierne Abmachungen über die Freiheit