— Die britische Handelspolitik — 25 Um dies darzulegen, braucht man, wie gesagt, keines wegs die Drohungen der Pariser Wirtschaftskonferenz als tatsächlich schon verwirklicht anzusehen. Gerade wer von der Undurchführbarkeit dieser Allgemeinbeschlüsse überzeugt ist, mutz sich sagen, datz, selbst unter völliger Außeracht lassung derselben, Möglichkeiten genug verbleiben, durch welche die Engländer uns weltwirtschaftlich schädigen kön nen, ohne datz ein „offizieller" Krieg nach dem Kriege ge führt wird. Vor allem trifft dies für die Handelspolitik zu. Hier hat bekanntlich die Pariser Wirtschaftskonferenz den Be schluß gefaßt, datz alle Handelsverträge mit Deutschland als aufgelöst gelten sollen und daß nach dem Kriege keines der jetzt verbündeten Länder dem Deutschen Reiche die Meist begünstigung gewähren dürfe. Gerade die Durchführung dieser Drohung mutz von vornherein sehr problematisch er scheinen. Wir wollen uns daher mit diesem Drohbild der Zukunft nicht eher befassen, als es aussichtsvollere Formen angenommen hat. Ganz anders aber steht es mit der Frage, wie nach dem Kriege die englische, vor allem aber die britische Handelspolitik sich regeln wird. Bekanntlich ist die Verwirklichung des britischen Zollvereins, für die der verstorbene I. Chamberlain mit einer großen Reihe heute noch lebender führender englischer Politiker eine un geheure Propaganda ins Leben rief, an dem Widerstand rein wirtschaftlicher Interessen des Mutterlandes geschei tert. Es wurde damals ein Kampf ausgesuchten zwischen großen politischen Bestrebungen einerseits und denjenigen Interessen andererseits, welche sich wirtschaftlich durch die Verwirklichung dieses politischen Programms benachteiligt sahen. Um die Kolonien, die sich mehr und mehr verselb ständigten, stärker an das Mutterland zu fesseln, sollte Eng land Schutzzölle mit Vorzugstarifen für die Kolonien ein-