26 — Abkehr vom Freihandel — führen; andrerseits sollten die schuhzöllnerisch gesinnten Ko lonien ihrerseits die Tarife zu Gunsten Englands ermäßi gen. In diesem Kampfe politischer und wirtschaftlicher Interessen haben die letzteren damals den Sieg davon ge tragen. Die wichtigsten englischen Industrien, wie vor allem der Kohlenbergbau, der Schiffsbau, die bedeutend sten Zweige der Eisen- und Textilindustrie, hatten als große Ausfuhrindustrien kein Interesse an Schutzzöllen, während die Fertigindustrien unter ihnen andererseits be fürchten mußten, durch Zölle auf Halbfabrikate eine uner freuliche Erhöhung ihrer Produktionskosten zu erleiden. So siegte damals der englische Freihandel Liber den briti schen Imperialismus, das wirtschaftliche In teresse über die mit großem Beiwerk in Szene ge setzte politische Agitation. Die Kolonien frei lich haben mit Ausnahme von Indien, welches be kanntlich gezwungenermaßen freihändlerisch ist, seit län gerer Zeit den englischen Jndustriewaren Vorzugs zölle eingeräumt; aber vom Standpunkt der Praxis sind diese Vorzugszölle für die englische Ausfuhr insofern viel fach von relativ geringer Bedeutung, als die Zollsätze der Kolonien schon an sich im Laufe der Zeit so erhöht worden waren, daß die absolute Höhe des Zolles die Bevorzugung der englischen Ware vor der ausländischen vielfach wieder illusorisch machte. Man kann wohl annehmen, daß diese Verhältnisse nach dem Kriege wesentlich anders liegen wer den. Der Krieg hat in England und in den britischen Ko lonien das politische Interesse gesteigert und damit beson ders im alten Mutterlande das manchesterliche Ideal einer rein wirtschaftsmäßigen Betrachtung aller Dinge stark zu rückgedrängt. Charakteristisch ist in dieser Beziehung die Stellungnahme des englischen Premierministers, Mr. Asquith, in der denkwürdigen Parlamentsdebatte vom