28 — Koloniale Vorzugszölle — in Form von Vorzugszöllen auf dem englischen Markte zu unterstützen. Auf der anderen Seite werden die britischen Kolonien selbstverständlich die Gelegenheit ergreifen, um unter dem Rufe „Nieder mit der deutschen Einfuhr" ihre Zölle weiter zu erhöhen öder an den bestehenden Tarifen die Bevor zugung Englands noch stärker auszubauen. Ferner wird Indien aller Voraussicht nach mit größerem Nachdruck als zuvor den von ihm solange gehegten Wunsch eines Zoll- schutzes für die noch junge indische Textilindustrie Eng land gegenüber vertreten, und England wird nicht umhin können, auch diese Frage in Erwägung zu ziehen. Hat sich doch die indische Textilindustrie gerade während des Krie ges infolge der hohen Frachtraten, welche die Ausfuhr eng lischer Textilwaren behinderte, und einen Schutz für die indische Industrie bildeten, sehr kräftig weiter entwickelt, eine Entwicklung, welche man vom indischen Standpunkt nach dem Kriege sicherlich nicht wieder wird- ausgeben, wollen. Man wird aller Voraussicht nach in Indien eben falls unter dem Rufe des Schutzes vor der feindlichen Kon kurrenz Zölle einführen und gleichzeitig dem Mutterlands die „gebührende" Bevorzugung gewähren. Wird nun dieser britische Zollverein verwirklicht, so wäre eine Durchbrechung der Meistbegünstigung damit ge geben, ohne daß hierin, nach früheren handelspolitischen Begriffen, irgend eine besondere, an einen Wirtschaftskrieg erinnernde Maßnahme zu erblicken wäre. Haben doch solche Vorzugszölle zwischen Mutterland und seinen Kolonien be standen, ohne daß daraus eine Verletzung der Meistbe günstigung von seiten dritter Staaten hergeleitet worden wäre, und nur einzelne handelspolitische Schriftsteller, z. V. Dr. Trescher, haben es offen ausgesprochen und nachge wiesen, daß das immer umfangreicher werdende Netz der-