34 — Britische Weltmachtfaktoren — Er schreibt: „Wenn ein deutsches oder holländisches Schiff aus Indien, schätzebeladen, heimkehrte, mußte es, den kür zesten Wog einschlagend, bei den englischen Wachtposten in der Enge von Aden vorüber, durch den Suezkanal fahrend, der in englischen Händen ist. Und wenn es glücklich im Mittelländischen Meer war und nach Westen dampfte und auf geradem Wege die Insel Malta passiert hatte, mußte es wiederum erst wieder bei einem englischen Wachtposten in der Enge von Gibraltar vorüber, um dann auch im At lantischen Ozean und im Kanal niemals zu vergessen, daß „England rules the waves“ .... Und wenn ein deuffches Schiff um die Südspitze von Südamerika etwa nach den deutschen Südseeinseln wollte, mußte es bei dem englischen Wachtposten der Falklandinseln vorüber. Der ganze ge waltige Schiffsverkehr aber, der von Oftasien über den In dischen Ozean wollte, mutzte beim englischen Wachtposten von Singapore Halt machen. Kurz, die seefahrende Nation der Briten hat es ausgezeichnet verstanden — das werden wir gut tun, ihnen zuzugestehen und wir, ihre Nachfolger, können mancherlei von ihnen lernen — gerade an den ent scheidenden Punkten der Erdkarte sich festzusetzen und Stütz punkte und Kolonien anzulegen. Man denke auch an Hong kong und denke vor allem an das Kap der guten Hoffnung, das einst den Schlüssel zu Indien bildete." Wie wenig dem Deutschen Reiche der ihm gebührende Anteil an der Verwaltung und an den Einnahmen wichti ger weltwirtschaftlicher Verkehrspunkte zustand, zeigt die Tatsache, daß der deutsche Einfluß an der Verwaltung des Suezkanals bisher auf die Besetzung einer Stelle im Ver- waltungsrat beschränkt blieb. Annähernd die Hälfte der Aktien der Suez-Kanal-Eesellschaft befindet sich im Besitz der englischen Regierung, während die andere Hälfte sich in