1. Lebensversicherung. Von Dr. N. Mueller und Dr. E. Mittermüller. Einleitung. Lebensversicherung und Spareinrichtungen. Zu den Spareinrichtungen im engeren und eigentlichen Sinne kann man natürlich die Lebensversicherung nicht rechnen. Mag man sich auf den Standpunkt des Versicherungsnehmers oder auf den der versichernden Gesellschaft, des Versicherers, stellen, — in keinem Falle teilt die Lebens versicherung mit Sparkassen und ähnlichen Einrichtungen deren Haupt zweck: dem Publikum die sichere, verzinsliche Anlegung seiner Ersparnisse zu ermöglichen. Und doch bieten sich eine Reihe von Berührungsflächen, die es gestatten, Untersuchungen über Wesen und Bedeutung der Lebens versicherung nach gleichen oder ähnlichen Gesichtspunkten anzustellen wie bei den eigentlichen Spareinrichtungen. Sparen der Versicherungsnehmer. Betrachtet man die Lebensversicherung vom Standpunkt des Ver sicherungsnehmers, so leistet auch er z. B. in der Todesfallversicherung in Gestalt der Prämien kleine Einlagen, die er erübrigt hat, und erwirbt dagegen den Anspruch auf eine größere Summe, die den Gesamteinzahlungen windestcns gleichzukommen pflegt, und die ihm in einem Zeitpunkt aus zuzählen ist, für den er — sei es für sich, sei es für seine Angehörigen oder dritte Personen — mit einem außergewöhnlichen Kapitalbedarf rechnet. Auch von Verzinsung der Einlagen kann in gewissem Sinne Sesprochen werden. Stirbt der auf Ableben Versicherte bald nach Ab schluß des Versicherungsvertrags, so ist cs klar, daß die eingezahlten, im Verhältnis zur Versicherungssumme geringfügigen Prämien hochrentabel angelegt waren. Aber auch wenn. er den Ablauftermin der Versicherung Eebt und die Höchstzahl der Prämien zahlen muß, ist es dank der tech-