S. Wertheimer, Feuerversicherung und andere Sachschadenversicherungszweige. 87 Kapitalmacht steht das private Feuerversicherungswesen weit hinter den Lebensversicherungsgcsellschaften zurück, die im Jahre 1909 mehr als den zehnfachen Kapitalbesitz aufwiesen, nämlich 4V2 Milliarden gegenüber 420 Millionen bei einem Neuzugaug von ca. 260 Millionen Mark gegen über 16 Millionen Mark. Immerhin müssen wir auf die einschlägigen Probleme schon im Interesse der Einheitlichkeit der Untersuchungen und zur Ermöglichung zusammenfassender Berechnungen des Näheren eingehen. Wir haben bei den folgenden Betrachtungen den Kapitalanlagen auch die Guthaben bei Bankhäusern und Versicherungsunternehmungen zugerechnet, da diese Guthaben wirtschaftlich den übrigen Kapitalanlagen durchaus gleichzustellen sind. Daraus erklären sich einige Abweichungen von den Veröffentlichungen des Amtes. Andererseits wurde der übrigens nicht erhebliche Barbestand nicht als Kapitalanlage angesehen. Unter diesen Voraussetzungen betrugen die Kapitalanlagen der deutschen Feuer- bersicherungsgesellschaften — hinsichtlich der ausländischen Unternehmungen sind nur die hier nicht verwertbaren Gesamtziffern bekannt—: 1902 Aktiengesellschaften Gcgenseitigkeitsgesellsch. zusammen Mk. 205 352 988 Mk. 52 091443 Mk. 257 444431 1905 „ 264 798 001 ., 60879 616 325 677 617 1906 „ 273 490 078 „ 63 688 143 ff 337178221 1907 „ 287 259 912 „ 65 986 572 „ 353 246 484 1908 „ 301 747135 „ '68 454 443 „ 370 201 578 1909 „ 319 321339 „ 72 620101 „ 391941740 Der jährliche Kapitalzuwachs belief sich also auf 1905/06 Mk. 11500 604,— 1906/07 „ 16 068 263 — 1907/08 „ 16 955 094,— 1908/09 „ 21 740162,— Von wesentlichem Einfluß aus den Geldmarkt sind diese Beträge und die Art ihrer Anlage sicher nicht. Dazu sind sie gegenüber den gewaltigen Kapitalien, die von unserer Volkswirtschaft jährlich beansprucht werden, diel zu gering. Selbst in den letzten zehn Jahren zusammengenommen detrug die Steigerung der Kapitalanlagen nur ca. 160 Millionen Mark, ein Betrag, der geradezu verschwindet gegenüber dem riesigen Anwachsen der Staatsanleihen, Kommunalanleihen und der seitens der Industrie, des Handels, der Landwirtschaft und des städtischen Grundbesitzes auf genommenen Kapitalien. Erwägt man, daß allein die bayerischen Staats schulden in diesem Zeitraum um ca. 800 Millionen Mark wuchsen, so d>ird man erkennen, daß die Frage, wie die Feuerversicherungsgesellschaften