I. Geschäftliche Versicherung. 96 aber dabei die Frage des Gewinnes noch nicht berührt. Bereits er wähnt haben wir die Dividenden der Gegenseitigkeitsgesellschaften an ihre Mitglieder, die ja eigentlich nur als eine Ermäßigung der aus Vorsicht höher als nötig erhobenen sogenannten Vorprämie zu erachten sind. Die Frage, ob als Gewinn im Sinne dieser Aussührungen auch die Beträge zu behandeln sind, die zur Vermehrung der freien Reserven dienen, können wir unerörtert lassen, da ja diese Beträge schon oben mitgeteilt sind. Im übrigen werden diese Beträge entweder in späteren Jahren doch noch zur Deckung von Ausgaben herangezogen oder sie werden künftig einmal, allerdings in einem noch unbestimmten Zeitpunkt, an die Berechtigten verteilt. Wir können uns daher an dieser Stelle darauf beschränken, die sogenannten Aktiendividenden, also den an die Aktionäre verteilten Gewinn, zur Darstellung zu bringen, wobei wir mit Rücksicht auf das vorhandene Material wiederum nur die deutschen Gesellschaften in Be tracht ziehen können. 1905 1906 1907 1908 1909 Die Gewinne betrugen Mk. .... 11 320996 .... 9542663 .... 11 424872 .... 12038001 . . . . 13 203 031 Summe 57 529 563 in Prozent der PrLmieneinnahme 6,1 4,9 5.8 5.9 6,2 Durchschnitt 11 505 912 5,8 Diese Gewinne erscheinen als sehr mäßig, besonders wenn man be rücksichtigt, daß nahezu 80 % der Beträge aus den Kapitalerträgnissen der Gesellschaften, also nicht aus dem laufenden Betriebe stammen. 3"* übrigen dürfte die Anschauung nicht zutreffen, als sei der Gewinn des Versicherers gleichbedeutend mit einer Schädigung des Versicherungs nehmers. Solche Ansichten würden in ihrem Endergebnis zu der Meinung mittelalterlicher Philosophen führen, der Handel sei ein Übel, weil kein Gewinn ohne Schädigung des Vertragsgegners niöglich sei. Tatsächlich würde nur dann eine wirtschaftliche Schädigung der Versicherungsnehmer vorliegen, wenn sic bei Ausschaltung der Gewinnmöglichkeit die gleiche Leistung um den Betrag des Gewinnes billiger erzielen könnten. Ab gesehen davon, daß hierfür mindestens kein Beweis erbracht ist, kann auf Grund allgemeiner Erfahrungen eher das Gegenteil als erwiese" erachtet werden. Denn da die Aussicht auf Gewinn immer noch der beste