Die Macht der Großbanken. 17 lassung, ihren Stammsitz aber in Dresden hat. Später ließen sich in Berlin die Mitteldeutsche Kreditbank, der Schasshausensche Bankverein, die Breslauer Diskonto bank und die Kommerz- und Diskontobank aus Ham burg nieder. Während die Breslauer Diskontobank bald durch ihre teilweise Angliederung an die Darmstädter Bank von der Berliner Bildsläche wieder verschwunden ist, hat die Kommerz- und Diskontobank jüngst die durch die letzte Krise stark geschwächte Berliner Bank, die zum großen Bankenzirkel eigentlich nie gehört hat, in sich aus genommen. Die Berliner Aktienbanken präsentierten am Schluß des Jahres 1903 mit ihren Reserven eine Kapitalsmacht von ca. 1,2 Milliarden Mark. Fast alle diese Institute sind mit verhältnismäßig kleinen Kapitalien gegründet worden, und es hat geraume Zeit gedauert, bis sie ihre heutige Macht entsalten konnten. Diese weitgehende Entwicklung zum Großbetrieb ist zum Teil im Zuge der Zeit begründet. Aber es kamen, wie ich später noch genauer ausführen werde, in den allerletzten Jahren eine Menge von außerordenllichen Umständen, z. B. auch die moderne Börsengesetzgebung, den Banken sehr zu statten. Sie verdrängten immer mehr den Privatbankier und zogen stetig weitere Kreise der Kundschaft an sich. Äber gleichzeitig waren sie eifrig am Werk, nicht nur die Bankenkonzentration in Berlin zu fördern, sondern vor allem auch das Bankgeschäft in der Provinz in ihre Abhängigkeit zu bringen. Die Berliner Banken kauften die Aktien, oder doch wenigstens einen Teil der Aktien der Provinzbanken auf. Wenn diese Provinzbanken in ihrer Mehrzahl als selbständige Institute bestehen blieben, s° hat das doch lediglich juristische Bedeutung, tatsächlich ist ihr Hauptaktionär eine Berliner Bank, und in ihrem Äufsichtsrat sitzt ein Direktor aus Berlin, der auf die 2 X