Der Bankbeamte. 71 aber selbstverständlich, daß die Ehefs lieber Leute in ihr Bureau nahmen aus chnen bekannten Familien, und in manchen Bankgeschäften war es sogar ganz unmöglich, ohne ziemlich große Protektion als Lehrling anzukommen. War man aber einmal im Betrieb drin, so war von einer Bevorzugung der Protektionskinder nur in den natürlichen Grenzen die Rede, die allen menschlichen Handlungen durch die selbstverständlichen Gefühle von Sympathie und Antipathie gezogen sind. In dem Maße, wie die Scharen der zum ewigen Dienen Verdammten wachsen, steigt natürlich auch der Wert der Protektion für die Bevorzugten bzw. der Schaden, den sie dem Zurückgesetzten verursachen. Dazu kommt aber noch, daß besonders auf den Aktienbanken die natürliche Gunst der Protektoren erheblich größer ist als im Privat betriebe. Wenn nur jeder Direktor, jeder Direkttons- prokurist und vor allem jedes Mitglied des Aufsichtsrats ein Protektionskind zeugt, so ist die Produktton an solchen schon erheblich größer als zur Befriedigung des Bedarfes an leitenden Männern notwendig ist. Wenn es da einem aus der niedern Schar nicht durch einen glücklichen Zufall gelingt, das Augenmerk seiner Vor gesetzten aus sich zu lenken, so wird er über die Sub- Eernkarriere um so weniger hinausgelangen, als unter, und über ihm noch eine Schar junger Zuristen, Battonalökonomen und Techniker den kurulischen Sesseln Zustreben. Die zunehmende Eintönigkeit ihrer Beschäftigung Und die wachsende Aussichtslosigkeit aus Erringung ein flußreicher Stellungen hat so etwas wie eine typische Bankbeamten-Psyche geschaffen. Man kann diesen seeli schen Zustand der Durchschnittsbankbeamten als einen durch Extravaganzen gemilderten Stumpffinn bezeichnen. Stumpfsinn etwa in dem Sinne zu verstehen, wie man