entwicklung bemerkbar. Das wichtigste und entscheidendste für die Lage des russischen Arbeiters ist, daß sich sein Lebensstandard ‚in den letzten zwei Jahren, wenn auch langsam, doch ununterbrochen gebessert hat, und daß die Aussichten für die nächste Zukunft außer- ordentlich günstig zu nennen sind,“ (Aus der Deklaration der deut- schen Arbeiter-Delegation.) Die tschechoslowakischen Arbeiter schreiben folgendes: „Die Sozialversicherung befindet sich auf musterhafter Höhe, die Krankenunterstützung entspricht unbedingt dem Durchschnittslohn, Die Invaliden werden mit einer lebenslänglichen Pension in Höhe ihres früheren Arbeitslohnes versorgt. Auch die anderen Formen der Sozialversicherung sind durchaus befriedigend, Besondere Fürsorge genießt die Arbeiterin während der Schwangerschaft und Stillzeit. Der Arbeiter hat nichts für Sozialversicherung zu zahlen, Die Ab- gaben hierfür werden vom Staat bzw. von den privaten Betrieben getragen, Der Achtstundentag wird restlos gewahrt. Bei Arbeit in gesundheitsschädlichen Betrieben ist, wie für die Jugendlichen, der Sechsstundentag festgesetzt, Lehrlinge haben nur vier Stunden Arbeit, während die übrigen vier Stunden bei anständigem Arbeitslohn der Spezialausbildung gewidmet sind, Diese Ausbildung erfolgt unent- geltlich. Der Arbeiter wird besteuert, nur wenn er mehr als 75 Rubel monatlich verdient, - Die Lage der Arbeiter ist in einigen Industrie- betrieben durchaus befriedigend. Der Durchschnittslohn, insbesondere der qualifizierten Arbeiter, ist höher als der Durchschnittslohn eines tschechoslowakischen Arbeiters, Einige Nahrungsmittel sind billiger als bei uns, während verschiedene Bedarfsartikel teurer sind, so z, B. Kleidungsstücke und Schuhwerk, Infolge des raschen Tempos des Wirtschaftsaufschwunges ist eine weitere Besserung in der Lebens- haltung des russischen Arbeiters zu erwarten, während in den übrigen Ländern die Lebenshaltung sinkt, (Aus der Erklärung der tschecho- slowakischen Arbeiter-Delegation.) Zum Schluß zitieren wir noch eine Stelle aus der Zuschrift einer englischen Arbeiterin über den Mutter- und Säuglingsschutz in der USSR:: „Ihre Tätigkeit auf dem Gebiete des Säuglings- und Mutter- schutzes ist bewunderungswürdig, Auch in England gibt es ver- schiedene Arten der Versicherung, sie legen sich aber alle mit ihrer ganzen Last auf die Schultern der Arbeiter, Die Hilfe, die die Sowjet- gesetzgebung den schwangeren Frauen zuteil werden läßt, indem sie sie für 4 Monate von der Arbeit befreit, ist eine derartige Ausnahme- erscheinung, hat uns so sehr überrascht, daß wir ihre Bedeutung nicht mit einmal erfassen konnten,‘ (Mrs, Aspinall, Mitglied der englischen Delegation, „Trud‘ vom 22, Mai 1925,) Wir sehen also, daß die Arbeiterdelegationen die Lage des Sowjet- proletariats nicht nur nach der Höhe des Lohnes beurteilen, sondern alle sozialen Errungenschaften der Oktoberevolution (Erleichterungen und Verbilligung kommunaler Einrichtungen, wie Gas, Wasser, Elektrizität, Sozialversicherung usw.) berücksichtigen. Andererseits konnten die Delegationen nicht umhin, festzustellen, daß der Lohn, wenn auch nur allmählich, so doch ständig steigt. Daraus schluß- folgern sie ganz. richtig, daß die Lebenshaltung der Arbeiterklasse 32