— 58 — eben gar keine tauschenden Nationen, sondern nur tauschende Märkte, deren Umfang durch die Konkurrenz der Produktions- faktoren gegeben ist und der schließlich für den allerdings unwahr- scheinlichen "Fall absoluter Unbeweglichkeit der Produktionsfak- toren auf das Individuum reduziert werden. kann —, ein „Markt“, der in Anbetracht der Schumpeterschen Definition des Tausches als „Veränderung der ökonomischen Quantitäten““*) keineswegs als solcher unmöglich bzw. undenkbar ist. Dieser „Markt“ allein kennt feste-Preis-(Wert)größen. Jeder andere Markt hat nur annähernd bestimmbare Preise. Worauf wir hinaus wollen ist klar. Die sogenannte Theorie der internationalen Werte ist Preistheorie schlechthin, und zwar eine Preistheorie, die vor allem durch die Zahl der Tauschparteien und nicht nur durch die mehr oder weniger unexakten Aussagen über die Nutzenschätzungen der Individuen die Preisfrage löst. Damit scheinen wir unserer obigen?) Behauptung über die Geltung der neuen Betrachtungsweise auch in den Fällen der beschränkten Konkurrenz selbst zu widersprechen; denn in ähnlicher Weise wie bei den Klassikern ist anscheinend hier die Preisfrage nur durch die Voraussetzung der freien Konkurrenz zu beantworten, da Größe der Zahl der Tauschparteien und Grad der freien Konkurrenz sich gegenseitig bedingen. Die Schwierigkeit wird behoben, wenn wir uns darauf besinnen, daß wir es mit einer Theorie der Nachfrage zu tun haben, deren Wirkungsbereich sich zuerst und vor allem auf den Markt der fertigen Produkte erstreckt. Kostennutzen der Parteien ist hier nicht gleich Produktionskosten, sondern gleich dem Nutzen der entgangenen nächsten Verwendung. Es ist also möglich, neben einem preis- bestimmenden Markte fertiger Güter mit freier Konkurrenz eine Anzahl von jeweils verschieden großen Produktionsmittelmärkten anzunehmen, zwischen denen keine Konkurrenz besteht, und wir haben dann dasjenige, was eigentlich mit der Theorie der inter- nationalen Werte gemeint ist: eine Preistheorie trotz beschränk- ter Konkurrenz, eine Preistheorie ohne natürlichen Preis. Selbst- verständlich ist auch dieser letztere denkbar im Sinne eines Gleich- gewichts von Grenznutzen und Grenzkosten; das Gleichgewicht ist aber nicht wesentlich, da es zur Erklärung des Preises nicht ge- braucht wird. Die neue Betrachtungsweise kann also die freie ı) Vgl. Schumpeter, Wesen und Hauptinhalt ..., S. 50. 2) Vgl. oben S, 14.