noch‘ das Anerbieten der Firma A. Scabusio & Co:, welches elektrische Licht- installationen in den neuen Zollspeichern im Hafen von Buenos Aires für den Betrag von 106955 $ betrifft, und das auch angenommen wurde, Bemerkenswert ist schließlich auch die Aufstellung von 5 neuen elektrischen Hebekrähnen, die aus Deutschland stammen, in der 2. Sektion des Docks I in Buenos Aires. Trotz Elektrizität nimmt der Gaskonsum in Buenos Aires andauernd zu. Die Compania Primitiva de Gas de Buenos Aires, die einzige öffentliche Gascompanie der Hauptstadt, lieferte in den letzten 10 Monaten 1912 an Private 38 003329 cbm gegen 36 898 087 cbm im Vorjahre und 7517 341 cbm für öffentliche Beleuchtung gegen 6592237 cbm {für dieselbe Zeit des Vorjahres. Auch diese Companie sucht ihr Kapital zu vermehren. Ähnliche Belebungen äußern sich auch bei anderen Industrien, Der kontinuierlich sich steigernde Bierkonsum hat z. B. die Quilmes-Brauerei veranlaßt, zum Bau einer Filiale in Mendoza zu schreiten, die 1800 000 $ kosten soll, und ebenso zum Bau einer Malziabrik. Im Jahre 1911 betrug die Bierproduktion in Argentinien 100252199 Liter, im Jahre 1910 98056959 Liter, im Jahre 1909 86 256 062 Liter. In San Juan hat kürzlich der Gouverneur Ortega eine große Obst- konservenfabrik eingerichtet. In Tucuman beabsichtigt eine Gesellschaft unter dem Ingenieur Luis F, Nougues, auch eine Papierfabrik zu errichten, welche die bisher als Brennmaterial benutzten Rückstände des Zuckerrohres vorteilhafter ausnutzen soll. Bei dieser Gelegenheit sei auch der argentinischen Zuckerindustrie gedacht. Sie zählt jetzt 42 Zuckerfabriken, 30 bestehen in Tucuman, welche einschließlich der Plantagen, Bauten und Maschinen einen Wert von 89 500 000 $ repräsentieren, ferner 3 in Jujuy, 1 in Salta, 3 in Santa Fe, 1 in Corrientes, 3 im Chaco und 1 in Formosa, die zu- sammen auf 35 700 000 $& bewertet werden, dazu kommen noch 30000 ha Zuckerrohr, die privaten Pflanzern gehören und deren Wert auf 21 000000 S geschätzt wird, und die 5000000 & wertende Zuckerraffinerie in Rosario. Auch nordamerikanische Industrielle suchen in Südamerika Fuß zu fassen. So ist die Middleton Car-Co. in Pittsburg, Pensilvanien, schon autorisiert worden, Eisen- und Stahlwerke zur Her- stellung von Schienen und Eisenbahnmaterial in Argentinien zu errichten, Auch in der Nachbarrepublik Uruguay will das South American Iron Syndicate ein Eisen- und Stahlwerk errichten und das Erz aus Brasilien beziehen. Dies führt uns zum Bergbau. Die Minenausbeutung hat in Argentinien bisher recht wenig Resultate gezeitigt, einmal wegen der weiten Entfernungen von der Küste und Mangel an Verkehrsmitteln, dann wegen ungenügenden Kapitals, ungenügender Voruntersuchung, ferner wegen Mangels an wirklichen Bergarbeitern oder wegen zu hoher Arbeitslöhne, und schließlich wegen Mangels an Brennmaterial und Steinkohle für die Verhüttung. Der bisherige Bergbau war mehr ein spekulativ optimistischer Raubbau ohne wirklichen Erfolg. Die besten Resultate scheint der Petroleumiund von Comodoro Rivadavia zu versprechen, der, wie die dahin zum Studium entsandte Kommission behauptet, in diesem Jahre mindestens 5000 t Petroleum monatlich erwarten lassen soll. Man ist dabei, immer mehr Bohrlöcher in die Erde zu treiben und dazu immer größere Maschinen zu benutzen, um das Petroleum aus über 500 m Tiefe an die Oberfläche zu bringen. Die günstige Lage am Meere und der Bau eines entsprechenden Hafens begünstigen die Ausbeutung des Petroleumfeldes außerordentlich. Das Petroleumvorkommen eröffnet Argentinien bedeutende Aussichten für die Zukunft als Ersatz für Steinkohle; man benutzt das Petroleum auch zum Heizen von Schiffsmaschinen und berechnet, daß 550 t Petroleum ca. 1400 t Kohlen entsprechen. Man hofft auch, Petroleum ‚für Motore in landwirt- schaftlichen Maschinenbetrieben in Argentinien verwenden zu können und dadurch 7A