117 Die bedeutenderen Gewerbezweige Persiens. 118 Färberei. variieren die ersteren zwischen 2 bis 4 Farben, die Sehr im argen liegt ein weiteres Hilisgewerbe, jetzteren sogar in 6 bis 7 Farben. nämlich die Färberei. Während bis vor wenigen Die Hut- u. Mützen-Fabrikation. Jahrzehnten die persischen Farben, reine Naturfarben Zu erwähnen sind dann noch die Hutmacher von ausgezeichneter Qualität und Halt- persiens. Der Perser trägt ausser der Lammfell- barkeit waren, ist jetzt nahezu das Gegenteil ‚„„ütze in den meisten Gegenden eine aus Filz her- der Fall. Die umständliche, auch nicht billige Berei- gestellte „Koläh-e nemedi“, die mit Ausnahme der nord- tung der Naturfarben erhielt in den Anilinfarben einen westlichen und am Kaspischen Meere gelegenen Pro- verderblichen Konkurrenten. Obwohl seit Jahren die \;7en fast ausschliesslich von der grossen Menge der Einfuhr solcher Farben streng verboten und Bayölkerung getragen wird, während die Lammfell- mit der Vernichtung bedroht ist, bietet man doch in ‚;itzen nur von den wohlhabenden und höhergestellten fast allen Bazaren ungeniert die Farbpakete und Farb- %1assen im Nordwesten benutzt werden. Je nach der büchsen aus und verkauft sie mit gutem Erfolge. Da Gegend und häufig auch nach Beruf in einer Mannig- aber die Mehrzahl der Färber nicht versteht diese 1{iokeit, wie man sie in Europa nicht grösser haben Farben richtig anzuwenden, und besonders die No- any sowohl was Form, Farbe und Güte anbetrifft maden mit derartigen modernen Produkten nicht um- wird diese Koläh hergestellt, während im Nordosten gehen können, so sind die in Persien gefertigten Textil- ne kleine, meist schwarze Form bevorzugt wird, ver- fabrikate in dem letzten Jahrzehnt schlecht und wenig grössert sich die Höhe des Kolähs nach Süden. und haltbar gefärbt. Die meisten Färbereien befinden sich Westen zusehends, und zwar ist der Deckel meist auf naturgemäss in denjenigen Gegenden, wo Teppich- gen hohen Hüten bedeutend weiter als die Kopföffnung knüpferei bezw. Weberei getrieben wird. Besonders gem Hut eine komische Form gebend. Je nach der zahlreich sind sie daher in Mesched, Schiras, Sultan- Gegend sind die Seitenwände geradlinig, rund oder abad, Täbris, Kirman, Yezd, Isfahan, Hamadan, Sinneh ya] gewölbt. Während der Schiraser schwarz bevor- und Birdschand. Natürlich finden sich auch in den „9% liebt es der Bachtiare, eine weisse Koläh aufzu- übrigen Gegenden mehr oder ea Ze HET setzen. Andere Gegenden bevorzugen braun oder grau- bereiwerkstätten, und zwar meist Indigofärber. -aun, Die Landbevölkerung trägt mit Vorliebe kleine, Die Kattundruckerei. runde, halbkugelförmige Kolähs und meist in der prak- Die Kattundruckerei hat in früheren tischen graubraunen, den Staub und Schmutz wenig Jahren in Persien eine grosse Ausdehnung gehabt, und zeigenden Farbe. auch heute wird sie noch in nicht unbedeutendem Um- Diese Kopfbedeckungen werden im ganzen Lande fang ausgeübt. Das Zentrum für Kattundruckerei war in grosser Zahl für billiges Geld aus einer ganz ge- von jeher Isfahan, wo sich auch heute noch die Wöhnlichen Filzmasse hergestellt. Der Umfang grösste Anzahl Meister befindet. Ausserdem wird, dieser meist recht grossen umständlich zu verpackenden aber nur wenig, auch in Kirman, Yezd, Schiras und Kopfbedeckung ist ein bedeutendes Hindernis für die Hamadan, vereinzelt auch in anderen Städten, gedruckt. europäische Industrie, mit der einheimischen zu kon- Es handelt sich ausschliesslich um Handdruck, dessen kurrieren. . mühselige Arbeit mittels grosser Holzstempel ausge- Die Gerberei. führt wird. In vielen Fällen handelt es sich um einen Ein Gewerbe, welches in ganz Persien seit alters einfarbigen, in weisser, hellgelber, grüngelber oder in her, trotzdem aber im allgemeinen nur in einer mangel- ähnlichen Farben gehaltenen leichten Musselinstoff mit haften Weise ausgeübt wird, ist die Gerberei. In schwarzem Ornamentaufdruck, der für Kopf- und Bade- erster Reihe handelt es sich um Schaffelle, weniger um tücher usw. verwendet wird. In zweiter Reihe handelt es Ziegenfelle und in bestimmten Gegenden um Rind- und sich für Tür-, Fenstervorhänge, Wandbekleidungen usw. Büffelfelle. Die Verarbeitung ist eine recht primitive um lange, mehr oder minder feine Baumwollstoffbahnen, und im allgemeinen nicht ausreichende. Die Gerbung die in Buntdruck, meist auch auf weissem Grunde, in ist nicht genügend durchgeführt, und lässt in dem den verschiedenartigsten Variationen das ty pischste Leder noch zu viele zersetzende Bestandteile zurück, Persermuster, die Palmette, zeigen, häufig mit welche dessen vorzeitige Zerstörung bewirken. einem grossen Blatt im Mittelfeld und einer kleinen Von allen Plätzen Persiens wird am besten noch Palmette in der Bordüre, die oben und unten noch in Hamadan gegerbt. Dort werden die Häute der häufig durch ein besonderes Querfeld verstärkt wird. umliegenden Gebiete sogar viele Tagereisen weit ge- Verhältnismässig weniger und, wie man sagt, stark ab- sammelt und in verhältnismässig gut eingerichteten, nehmend werden Darstellungen der persischen Ge- allerdings ebenfalls primitiv! arbeitenden Gerbereien schichte in recht naiven und bunten Formen gedruckt. veredelt, und zwar in allererster Reihe Rinderhäute, Die beiden letzterwähnten Arten sind vielfarbig, und _Ziegen- und Schaffelle, weniger Büffelhäute. Das in