:) I. Das kurze Leben einer viel genannten Theorie. lage (1878) erwähnt werden. Roscher zählt die Beispiele auf, die die vorhin genannten Autoren geltend gemacht hatten, so die aus Schottland, Irland, Asien, Amerika, fügt auch noch mehrere hinzu. . Von den Siegenschen Haubergen bemertt er: sie seien „ein besonders wohlerhaltenes Analogon der alten Feldgemeinschaft". Besondere Rüctksicht schenkt er dem russischen „Mir“. Der „Mir“, eine ausgebildete Feldgemeinschaft der Bauern mit periodischer Verteilung des Ackerlandes, war von dem westfälischen Freiherrn v. Haxthausen für die Wisssenschaft entdeckt worden (in seinen „Studien über die inneren Zustände Rußlands“ 1847.—91852). Das Gemeineigentum der rusßsischen Dorfgemeinde am Ackerlande wurde dann viel besprochen und von den Slavophilen sehr gefeiert. Für die Rekonstruktion der alten deutschen Verhältnisse ist der „Mir“ wohl zuerst von Roscher herangezogen worden. Aus seinen Einzelbeobachtungen zieht Roscher das allge- meine Resultat: „Sehr viele Nationen haben ihren Ackerbau mit einer Einrichtung begonnen, die man füglich als Feld- gemeinschast bezeichnen kann." Wie manjieht, spricht Roscher nur von ,sehr vielen“ Nationen. Einige Jahre vorher war aber der Engländer Henry Maine zu einem kühneren Urteil vorgegangen. In seiner Schrist Village-Communities in the Rast and West (1872) vermehrte er die bekannten Beispiele von Gemeineigentum namentlich durch Fälle aus Indien. Er hatte, bevor er in England eine Professur erhielt, eine amtliche Stellung in Indien betkleidet und war erstaunt gewesen, am Fuße des Himalaja und an den Ufern des Ganges Einrichtungen wiederzufinden, welche ihm denen des alten Germanien ähnlich zu sein schienen. Gerade mit Rücksicht auf diese Beobachtungen redete er der vergleichen- den Rechtswissenschaft das Wort, die ebenso wie die vergleichende Sprachwissenschaft den Urzustand feststellen solle. In einem zweiten Werk, Lectures on the early history ot institutions (1875), glaubte er das Resultat der vergleichenden Rechtswissenschaft schon konstatieren zu können. Er sagt hier (S. 1): The collective ownership ok the soil by groups of men I