(über den Begriff der Territorialwirtschaft). ; neuerer Zeit mehrfach geschildert worden. So hat Stieda in den Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Bd. 39 und 40 !), eine Darstellung der Entstehung der Hausindustrie gegeben. Er nimmt drei Quellen für diese an: I. entsteht sie durch Auflösung der Fabrikunternehmung (S. 108ff.), 2. aus einer Nebenbeschäftigung des Landvolkes (S. 110 ff.), 3. durch Umbildung des handwerksmäßigen Betriebes in einen hausindustriellen (S. 115 ff ). Die erste Art dürfte für uns nicht in Betracht kommen. Die zweite wird uns später beschäftigen. Für den am häufigsten eingeschlagenen Weg hält Stieda die dritte Art. Er weist zunächst auf die exportierenden Handwerker hin, die genötigt waren, sich für ihren Absatz der Vermittelung des Kaufmanns zu bedienen. Das konnte den Anlaß zur Ausbildung hausindustrieller Tätigkeit der abhängigen Leute, 2) die Fabrik. Nur bei der zweiten Kategorie liegt ein gewerblicher Großbetrieb vor. Bei der ersten haben wir es mit gewerblichen Kleinbetrieben (beziehungsweise Mittelbetrieben) zu tun, die jedoch im Dienste eines kaufmännischen Großbetriebs stehen. Den Ausdrud „kapitalistische Unternehmung“ vermeide ich aus den früher. (S. 399 ff.) dargelegten Gründen. Vgl. Bücher, Entstehung der Volkswirtschaft, S. 151 ff.; fer L! .. Überblick bei Roscher-Stieda, Nationalökonomik des Handels und Gewerbefleißes, 7. Auflage, S. 725 ff., der freilich nicht ganz kritisch ist. Bothe, Direkte Besteuerung in Frankfurt a. M. S. 226. Pesch III, S. 598 f. Über die Bortenwirkerei (das Posamentiergewerbe) als eine der ältesten Manufakturen (zunftwidrige Verbindung von Handel und Handwerk) s. S. Goldmann, Danziger Verfassungskämpfe S. 83. Der Aufsatß von R. Martin, Großbetrieb und Handwerk vor 600 Jahren, Preußische Jahrbücher, Bd. 91 (1898), S. 305 ff. bezieht sich nur auf die Erseßung der Fußwalkerei durch die Walkmühle und der Spindel durch das Spinnrad. Vgl. hierzu kritisch Al. Schulte, Geschichte des mittelalterlichen Handels und Verkehrs zwischen Westdeutschland und Italien mit Ausschluß von Venedig, Bd. 1, S. 113 und 117 ff., besonders S. 118 Anm. 9 und S. 121. — Für die Interpretation mancher Nachrichten ist die Beobachtung von Thiel, Jahrbuch a. a. O. S. 48 Anm. 3 wichtig, daß die Ausübung mehrerer Handwerke in einer Hand noch nicht den Großbetrieb bedeutet: gerade in kleinen Orten erwies es sich als notwendig, eine solche Vereinigung zur Erleichterung der Existenzbedingungen zu gestatten, wie ja noch heute ähnliche Verhältnisse von dieser Art bestehen. I