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        <title>Probleme der Wirtschaftsgeschichte</title>
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            <forname>Georg von</forname>
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      <div>4 Z VII. Die Entstehung des modernen Kapitalismus.
weiter als das Altertum; der Verkehr und damit der große Fernhandel
 ferner steigerten sich seit Ausgang des Mittelalters.
Dennoch bleibt der Kapitalismus vorerst aus, weil, neben anderm,
die Verfassungseinrichtungen einstweilen im Weg stehen. Deren
Fortfall schuf dann freie Bahn. Die Herstellung der freien Konkurrenz
 gewährte dem Erwerbstrieb nicht nur freiere Bewegung;
sie nötigte, sie zwang zugleich den Einzelnen, sich stärker zu betätigen,
 damit er sich behaupten konnte, nachdem die schütenden
Schranken fortgefallen waren. Die technischen Erfindungen
mußten zur Ausnutzung locken, und sie wiesen gerade auf den größern
 Betrieb hin. Das angehäufte Kapital war in gleicher Weise
ein Anreiz, wie wir schon bei den mittelalterlichen Gewandschneidern
 beobachten, die, nachdem sie durch den Verkauf fremden
 Tuches etwas Ertkleckliches erworben, es in dem Veyrsuch
anwenden, heimische Weber von sich abhängig zu machen.
Aber die wirtschaftlich-technischen Vorausseßungen, deren
Bedeutung wir hier darlegen, wirken doch nicht automatisch.
Wir brauchen uns heute bei dem großen Irrtum von Marx, daß
das Kapital unpersönlich wirke, daß die Ursache der ruhelosen
kapitalistischen Expansion das „Verwertungsstreben des Kapitals“
 sei, nicht länger aufzuhalten. Cher trifft das Gegenteil
seiner Meinung zu. Das Maßgebende ist die persönliche Unternehmungslust.
 Sie ist größer in relativ kapitalarmen Ländern
als in kapitalreichen. Bei der tkeapitalistischen Unternehmung
ist die Unternehmungslust und „fähigkeit wichtiger als bei der
handwerksmäßigen des Mittelalters!). Entjcheidend ist stets, wie
1) Gegen Sombarts Anjsicht, daß das Kapital unpersönlich, automatisch
 wirke, s. Brentano, Kapitalismus S. 81 f. und S. 117; Passow
 a. a. O. S. 467. Vgl. Archiv f. soziale Geseßgebung 40, S. 17 f.
Literatur über die Frage der Bedeutung der Persönlichkeit im Unternehmertum
 s. bei Pesch, Lehrbuch der Nationalök. III, S. 166. Wenn
Sombart, Kapitalismus, I. Aufl., I, S. 196 ff. erklärt: „Nicht das
individuelle Können des Virtschaftssubjekts entscheidet notwendig
über die im Rahmen der Unternehmung vollzogene Tätigkeit (wie
etwa im Handwerk), sondern die durch Nutzung des Sachvermögens
ausgelösten Kräfte und Fähigkeiten beliebiger anderer Personen;
in diesem Umstand liegt die Erklärung für die ungeheuere Energie, die

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