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        <title>Probleme der Wirtschaftsgeschichte</title>
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      <div>4:2 VII. Die Entstehung des modernen Kapitalismus. 
Gegen Sombarts Auffassung spricht auch die Terminologie 
des Mittelalters. Dieses hat einerseits den Sprachgebrauch, daß 
mercator den Handwerker mitbezeichnet, worin die wichtige Tat- 
sache zum Ausdruck kommt, daß der letztere seine Produkte im 
allgemeinen selbst absetzte, nicht für einen Kaufmann arbeitete!). 
Anderseits macht das Mittelalter auch einen Unterschied zwischen 
Kaufleuten und Handwerkern, und zwar nennt es Kaufleute 
gerade solche, die Sombart mit Rücksicht auf ihr „Emballieren 
und Detaillieren“ Handwerker nennt: der Gewandschneider ist 
im Mittelalter der Kaufmann par excellence?). 
In bezug auf die Ausdehnung der Wirtschaften der mittel- 
alterlichen Kaufleute befinde ich mich im wesentlichen in Über- 
einstimmung mit Sombart. Meiner Ansicht, daß es im Mittel- 
alter –~ abgesehen von seinem Ausgang = einen besonderen 
Stand der Großhändler nicht gegeben habe, daß der Großhandel 
vom Kleinhandel mitbesorgt sei, tritt Sombart durchaus bei und 
führt die von mir ermittelte Tatsache als deutlichstes Zeichen 
dafür an, wie gering der mittelalterliche Handel entwickelt war 
(S. 177 Anm. 2). Im Gegensat dazu hat Keutgen ?) nachzu- 
1) Es sind nur sehr wenig Anhaltspunkte dafür vorhanden, daß 
man den Kaufmann oder einige Kaufleute als Handwerker rechnete. 
Es kommt in dieser Hinsicht wohl nur in Betracht, daß mehrfach die 
Zünfte der Krämer auf eine Linie mit den Handwerkerzünften ge- 
tellt werden. 
| 2) In Übereinstimmung mit dem Prinzip, daß der Handwerker seine 
Produkte selbst verkaufen sollte, steht die Tatsache, daß die Zahl der 
Kaufleute im Mittelalter verhältnismäßig klein war, wie nament- 
lich Bücher nachgewiesen hat. Vgl. m. Ursprung der deutschen Stadt- 
verfassung S. 48 ff. Es ist daher unrichtig, wenn Sombart S. 174 
(vgl. S. 169) meint, man müsse sich die mittelalterlichen Kaufleute 
wie „eine wimmelnde Schar kleiner und kleinster Händler, wie sie 
auf den Jahrmärkten von Konitz und Krotoschin uns heute begegnen", 
vorstellen. Dieser Vergleich paßt gar nicht. Gegen ihn erklärt sich 
auch G. Adler, Über die Epochen der deutschen Handwerkerpolitik 
(Jena 1903), S. 9 Anm. 1. S. überzieht hier den Unterschied der 
Nationen. Die „wimmelnde Schar“ der jüdischen kleinen Händler 
im Osten ist etwas national bedingtes, keineswegs Ausdruck einer 
bestimmten Entwicklungsstufe aller Nationen. 
3) S. oben S. 306 A. 3 und S. 329. 
(Zé 
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