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        <title>Probleme der Wirtschaftsgeschichte</title>
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VIII. Der Untergang der mittelalterlichen 
Stadtwirtschaft (über den Begriff der 
Territorialwirtschaft). 
Die Forschung hat sich schon mehrfach mit der Frage nach 
den wirtschaftlichen Verhältnissen, welche die Stadtwirtschaft 
abgelöst haben, beschäftigt. 
Perthes spricht in den Erörterungen, die er ihr in seinem 
Buch „Das deutsche Staatsleben vor der Revolution“ widmet!), 
hauptsächlich den Gedanken aus, daß die Landesherren, den 
einseitigen Standpunkt, den sie im Mittelalter eingenommen 
hatten, verlassend, seit dessen Ende sich der Pflege von Handel 
und Handwerk zuwandten, und daß damit die selbständige 
Stellung der Städte ihre Berechtigung verlor. Nur nebenbei 
macht er eine übrigens nicht näher erläuterte Bemerkung über 
eine Veränderung in den Strömungen des Handels und des 
Handwerks. 
In Schmollers?) Darstellung steht gleichfalls der Wechsel 
in der politischen Gewalt, welche die wirtschaftlichen Verhält- 
nisse regelt, durchaus im Vordergrund. Er läßt auf die Stadt- 
wirtschaft des Mittelalters die Territorialwirtschaft folgen, 
und zwar deshalb, weil seit.dem Beginn der Neuzeit die Landes- 
herren die führende Rolle in der Wirtichaftsvolitik einnehmen. 
1) Vgl. meine Citate oben S. 147 ff. 
?) Schmoller, Das Merkantilsystem in seiner historischen Be- 
deutung. Jahrbuch für Gesetgebung, 1884, wiederabgedruckt: Um- 
risse und Untersuchungen S. 1 ff. Vgl. dazu oben S. 147 ff. – Über 
die wichtigen Arbeiten der Vorläufer Schmollers f. S. 147ff. und 
S. 165ff. und meinen Aufsatz „Die städtische Verwaltung des Mittel- 
alters als Vorbild der späteren Territorialverwaltung“. H. Z. 75, 
S. 396 ff</div>
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