<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Probleme der Wirtschaftsgeschichte</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Georg von</forname>
            <surname>Below</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>1689561912</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>(über den Begriff der Territorialwirtschaft). ::3 
hundert –~ in denen von Frankfurt a. d. O. und von Leipzig 
sehr bedeutende Messen gehabt hat. Einen ausgeprägteren 
neuzeitlichen Charakter als die Messen tragen übrigens die Börsen 
und öffentlichen Banken; sie überdauern auch jene, welche im 
19. Jahrhundert ihre alte Wichtigkeit verlieren. 
In den hervorgehobenen Beziehungen, in der Ausbildung 
und der Behauptung der neuen Formen des Großhandels be- 
hält die alte Grenze von Mittelalter und Neuzeit doch auch für 
die Wirtschaftsgeschichte Bedeutung, so sehr wir in anderer 
Hinsicht zu betonen hatten, daß mittelalterliche Erscheinungen 
des Wirtschaftslebens sich über den uns sonst geläufigen End- 
punkt des Mittelalters hinaus fortseßens). Um ein zusammen- 
fassendes Wort zu dieser Frage der Periodisierung der Geschichte 
zu sagen, so sind auf wirtschaftsgeschichtlichem Gebiet Mittel- 
alter und Neuzeit, alles zusammengenommen, wohl mehr ver- 
bunden als getrennt. Aber die Einheit ist nicht so stark, daß man 
von ihr aus sich gegen die durch andere Verhältnisse geforderte 
Ansetzung des herkömmlichen Schnittpunkts unbedingt aus- 
sprechen müßte. 
Wenn wir nun das Verhältnis des deutschen Großhandels 
zu den Territorien bestimmen wollen, so nehmen wir wahr, 
daß er an sie recht wenig gebunden ist, und insbesondere die eben 
erwähnten drei Einrichtungen des Großhandels weisen weit 
über sie hinaus. Das Haus der Fugger z. B. an ein bestimmtes 
Territorium zu knüpfen, ist ganz unmöglich. Bekanntlich sind 
die Landesherren im Verein mit der großen Mehrheit des deut- 
schen Volkes im 16. Jahrhundert den monopolsüchtigen ober- 
deutschen Handelshäusern feindlich gesinnt gewesen und haben 
3) Ausführlich, auch unter Würdigung der verschiedenen Zweige 
des Wirtschaftslebens, habe ich mich über die Berechtigung der alten 
Begrenzung des Mittelalters in meinen „Ursachen der Reformation“ 
S. 108 ff. ausgesprochen. Vgl. oben S. 256. S. ferner über das 
Mittelalter und seine Grenze, Ed. Meyer, Kleine Schriften S. 34 
Anm.; Keutgen, Hansische Gbl. 1901, S. 69 f.; M. Weber, protestan- 
bite Lthit c. oben S. 431 f.), S. 12 Anm. 16 (über Individualismus 
c]: 
HQ</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
