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        <title>Probleme der Wirtschaftsgeschichte</title>
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            <forname>Georg von</forname>
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      <div>s is VIII. Der Untergang der mittelalterlichen Stadtwirtschast 
Wir haben bereits bemerkt, daß jett speziell die Messen sich der 
Gunst der Landesherren erfreuen. Aber gerade hierbei beob- 
achten wir wiederum die Grenze des Einflusses der Territorien: 
die allgemeine Stellung einer Messe hängt doch nicht von der 
Unterstüßung des Fürsten ab. Und wenn man von der Leip- 
ziger Messe sagt!), daß sie sich infolge des Erwerbs von Polen 
durch den Kurfürsten von Sachsen gehoben hat, so geht das 
Hinterland, auf das Jie sich stützt, eben bei weitem über den Rah- 
men eines deutschen Territoriums hinaus. 
Von der Frage nach den Gründen jener neuen wirtschaft- 
lichen Erscheinungen ist das Problem der Entstehung einer 
territorialen Wirtschaftspolitik zu sondern. Was hat dahin ge- 
führt, daß die Landesherren, die im Mittelalter überwiegend 
die Stadt als etwas für sich Stehendes behandelten?), in den 
neueren Jahrhunderten ihr Herrschaftsgebiet mehr und mehr 
als ein wirtschaftliches Ganzes zusammenzufassen suchen? Es 
liegt nahe, hier von vornherein namentlich zwei Unterfragen 
zu stellen: geht die Tendenz zur Zusammenfassung von den 
Untertanen, bezw. von welchen Kreisen derselben aus? oder ist 
die Bildung eines größeren Wirtsschaftskörpers ein Gedanke 
und das Werk der landesherrlichen Gewalt? Sowohl für das 
eine wie für das andere läßt sich manches anführen. 
Wir haben früher die schon im Mittelalter hervortretende 
Neigung der Städte größerer Gebiete sich zusammenzuschließen 
kennen gelernt?). Die Unterlage dieser Gruppen wurde keines- 
wegs immer durch ein Territorium gebildet. Aber wir dürfen 
aus der Tatsache des Zusammenschlusses die Neigung der Bür- 
gerschaften, überhaupt die alte Jsolierung zu verlassen, folgern. 
Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts. Man sieht, wie die Regierung, 
troßdem Jie prinzipiell den Zunftmeistern den Anspruch auf die Ar- 
beit zuerkannte, doch wegen des starken Bedarfs der Armee eine Ein- 
schränkung dieses Prinzips zu Gunsten des Großbetriebs, des Zwischen- 
handels vornimmt. 
1) Rathgen, Handwörterbuch d. St. 
2) S. oben S. 503. 
s) S. oben S. 505, S. 508, S. 517, S. 364. 
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