und wo die Löhne hoch sind und niedrig, wann und wo sie niedrig sind (III, 3). Henry George ist auch in der Lehre vom Kapital seine eigenen Wege gegangen. Er hat nachgewiesen, daß Land- werte, die einen so ungeheuren Teil dessen, was gewöhn- lich Kapital genannt wird, ausmachen, überhaupt gar nicht Kapital sind. Ebenso gehörten Aktien, Staatspa- piere, Hypothekenbriefe u. s. w. nicht dazu (III, 4). Er hat diese Art fiktives Kapital genannt, dessen Er- träge, insbesondere die Grundrente, sorgsam von den Zinsen unterschieden werden müßten. Arbeit und Ka- pital seien nur verschiedene Formen des selben Dinges, der menschlichen Anstrengung (MI, 5). Er untersuchte die Grundurssache der immer wieder- kehrenden Krisen, die er darin fand, daß die spekulative Steigerung der Landwerte den Spielraum für die spä- tere Erzeugung einenge. Die Zeit des geschäftlichen Druckes, die nun folgt, werde fortdauern bis 1) die spe- kulative Steigerung der Rente aufgehört hat, 2) oder die Zunahme der Arbeitleistungen infolge der Bevölkerung- zunahme und der fortschreitenden Verbesserungen die normale Linie der Rente in den Stand gesetzt habe, die spekulative Linie der Rente zu überholen, oder 3) die Ar- beit und das Kapital sich darin gefunden hätten, sich für einen geringeren Ertrag auf die Erzeugung einzulassen (V, 1): „Der Grund, weshalb troß der Zunahme produktiver Kraft, der Lohn beständig einem Minimum zustrebe, das nur gerade zum leben hinreiche, liegt darin, daß die Grundrente noch mehr als die Produktionkraft zu steigen strebt und so eine beständige Tendenz zum niederdrücken des Lohnes her- vorbringt." (V, 2.) Der materielle Fortschritt könne uns nicht aus unserer Abhängigkeit vom Grund und Boden befreien, er könne nur unsere Fähigkeit vergrößern, Güter aus demselben 18