Rückblick 35 mit wenigen Ausnahmen, zunächst die Anleitung zu wissen- schaftlicher Arbeit und Forschung, nicht zur Verwendung der Erkenntnis in irgendwelcher Praxis zum Ziel“. 3. Hinsichtlich. des letzten Punktes wäre daran zu erinnern, daß schon F. A. Wolf selbst es als einen Mangel seiner Halleschen Stiftung bezeichnete, daß ihr „alles Prak- tische beinahe ganz fehlte“. Teilweise wird zwar dieser Mangel an den Universitäten für die Lehramtskandidaten durch die pädagogischen Seminare in Verbindung mit der Universität oder im Anschluß an die Schulen ausgeglichen, in welchen oft recht erfreuliche Erfolge erzielt werden‘). Vielfach macht sich aber jener Übelstand bei den modernen Seminaren sehr fühlbar und der Wunsch nach einer Abhife erscheint in sich vollkommen berechtigt, ohne daß man jener praktischen Richtung das Wort zu reden braucht, welche die Universität fast nur als eine Fachschule zur Dressur für einen bestimmten Beruf betrachten möchte. 4. Übrigens hat ja auch eine geordnete methodische Schulung und Anleitung zu selbständiger Tätigkeit stets eine große praktische Bedeutung für jeden Beruf. Was der notwendigen Vorbildung für die einzelne Berufstätigkeit dabei Noch abgeht, wird durch praktische seminaristische Übungen und Einrichtungen erreicht werden können. Wie die Lehramtskandidaten in den pädagogischen Seminaren, SO erhalten z, B. die Theologen in den katechetischen, ho- miletischen, pastoraltheologischen, liturgischen Übungen die notwendige praktische Schulung. Auch diese Übungen ge- hören Zu den seminaristischen, Einrichtungen, wenngleich Se durch ihren besonderen Charakter von den eigentlichen ‘achwissenschaftlichen Seminaren unterschieden sind. Zu einzelnen Punkten ist noch zu vergleichen die Schrift von Hans Schmidkung, Einleitung in die akademische Pädagogik. Halle 1907. . N Vgl. zZ, B. Otto Willmann, Das Prager pädagogische Unterrichts- Seminar in dem ersten Vierteljahrhundert seines Bestehens. Wien 1901, X DD Q*