Besprechung der Fachliteratur 3 notwendige Kenntnis der Literatur und insbesondere der Neuerscheinungen erlangen. Die meisten würden sich da- mit begnügen, unter den für die eigene Spezialarbeit not- wendigen Schriften Umschau zu halten. 2. Die regelmäßige Besprechung bietet außerdem Gele- genheit, zu den Anschauungen und Meinungen, wie sie in den neuen Schriften zu Tage treten, Stellung zu nehmen. Sie vermittelt so nicht bloß die Kenntnis der neuen Publi- kationen, sondern gewährt auch einen übersichtlichen Ein- blick in die verschiedenen Strömungen und wissenschaft- lichen Fragen der Gegenwart und ermöglicht es, sich über den Wert der mannigfachen Erscheinungen in leichter Weise ein Urteil zu bilden. Allerdings wird dadurch die eigene Prüfung der Literatur keineswegs überflüssig. Aber es ist doch dafür die nötige Grundlage gegeben und eine wirk- same Anregung geboten. 3. Um eine derartige Besprechung mit der erwünschten Vollständigkeit geben zu können, wäre es nun freilich das beste, wenn die Seminarbibliothek selbst oder die Univer- sitätsbibliothek die sämtlichen wichtigeren Neuerscheinungen auf den einzelnen Gebieten der Fachliteratur sofort an- Schaffen könnte. Wo dieses nicht zu erreichen ist, läßt Sich einigermassen dafür Ersatz schaffen durch regelmäßige Ansichtssendungen und durch Entlehnung der fehlenden Werke von auswärtigen größeren Bibliotheken. Wo es Sich um Spezialschriften über einzelne Fragen handelt, wird ©S auch möglich sein, durch Mitglieder, welche sich mit der betreffenden Frage beschäftigen, wenigstens für die Besprechung und eventuell auch für die Seminarbibliothek solche Monographien zu erhalten. 4. Die erstrebenswerte Vollständigkeit erfordert es ferner, daß außer den selbständigen Schriften auch die wichtigeren Abhandlungen und Bemerkungen der Fachzeitschriften zur Besprechung herangezogen werden. Allerdings wächst ge- rade diese Literatur auf jedem Gebiete schier ins Unabseh- bare an. Doch lassen sich die wissenschaftlichen Strömun- gen der Gegenwart in der Regel nur unter Berücksich- Fonck, Wissenschaftliches -Arbeiten, 3. Aufl. 6f 5