Die schriftlichen Arbeiten. Vorbemerkungen Sechstes Kapitel Die schriftlichen Arbeiten der Mitglieder 24. Vorbemerkungen. 1. Nur zu häufig begegnet man in den Kreisen derjenigen, die durch ihren Beruf in ganz vorzüglicher Weise auf die wissenschaftliche Arbeit hingewiesen werden, einem doppeltem Vorurteil, das viele wie ein eiserner Hemmschuh in der Betätigung ihrer Kräfte und Talente hindert und sie nicht zu froher Schaffenslust und frischer Arbeitsfreudigkeit auf dem weiten Felde der Wissenschaft kommen läßt. Wenn man die einen ermuntern möchte, mit Hand ans große Werk zu legen und sich zu wissenschaftlicher Arbeit aufzuraffen, dann lautet ihre abweisende und über- drüssige Antwort: „Wozu soll auch ich noch die Zahl der Schreiber vermehren? Es gibt ohnehin schon deren mehr als genug. Heutzutage wird viel zuviel geschrieben“. Es mag vielleicht schwer sein, solche Leute von ihrer Meinung abzubringen. Aber daß ihre Anschauung unbe- rechtigt ist, läßt sich unschwer zeigen. Denn freilich wird viel zu viel wertloses und schlechtes Zeug zusammenge- schrieben, weil nur zu oft unberufene und oberflächliche Schwätzer ihre Weisheit zum Markte tragen und die Dummen nicht alle werden, die durch den Kauf solch seichtester Literatur jenes gewinnbringende Treiben immer von neuem ermutigen. Aber an wissenschaftlicher Arbeit geschieht nie zuviel, am allerwenigsten heutzutage, da 7i