. 44. -- nenrotation der Hand- und Armgelenkte, Schielen, Sprachstörungen, Intelligenzdefekte. Die Störungen können nur angedeutet sein und finden sich abgestuft vor bis zur vollen Bewegungslosigkeit und zum Idiotismus. Bei allen leichteren Fällen kann man durch Sehnen- schnitte und Nervenoperationen und Schienen die Kinder meist wieder gut auf die Beine bringen. Bei Ausdehnung der Spasmen auf den ganzen Körper ist meist Unterbringung in ein Krüppelheim nötig, in dem s ie auch den erforderlichen Unterricht und die erforderliche Be- rufsausbildung erhalten können. 2. Tuberkulose. Die Tuberkulose der Knochen und Gelenke kommt vornehm- lich im Kindes- und Entwicklungsalter vor und als isolierte Er- krankung, ohne daß eine gleichzeitige Erkrankung der Lungen notwendig ist. Sie tritt meist bei schlechten äußeren Verhält- nissen auf: feuchten Wohnungen, Schmutz, schlechter Ernährung, Mangel an Luft und Licht, häufig auch nach dem überstehen an- steckender Krankheiten (Masern, Scharlach, Keuchhusten). Sie findet sich aber auch bei Kindern vor, bei denen alle diese Vorbedingungen fehlen. Der Beginn der Erkrankung ist stets ein ganz allmählicher, nie ein akuter. Nicht selten wird der Patient erst durch eine zufällige geringe Verletzung (Schlag, Stoß, Vertreten) auf die Erkrankung auf- merksam und führt sie dann hierauf als Ursache zurück. Man unter- scheidet zweckmäßig die Tuberkulose der Gelenke und die Tuberkulose der Wirbelsäule. Bei der Tuberkulose der Gelenke erkranken abgesehen von den Fingern und Zehentnochen stets die Gelenke, nie die Röhrenknochen. Es können primär die Knochen oder auch die Weichteile der Gelenke er- kranken. Das Gelenk wird dick, die Umrißlinien werden verstrichen, es nimmt (besonders am Knie- und Handgelenk) eine eigenartige Spin- delform an. Sehr bald leidet die Beweglichkeit, und es treten charakteri- stische Kontrakturstellungen und zwar Beugekontrakturen auf. Bei der Hüftgelenktuberkulose wird das Bein bald scheinbar kürzer, weil das Gelenk in Beuge- und Adduktionskontraktur gerät. Die Schmerz- haftigkeit ist sehr wechselnd. Sehr häufig besteht in der ersten Zeit über- haupt kein Schmerz, und erst die Bewegungsstörung und die verän- derte Gelenkstellung führen zum Arzt. Später ist meist große Schmerz- haftigkeit vorhanden. Zu beachten ist, daß im Beginn häufig der Schmerz nicht richtig lokalisiert wird, sondern daß z. B. bei Hüft- tuberkulose über Schmerzen im Knie geklagt wird und umgekehrt. Häufig werden auch die Schmerzen bei beginnender Fußtuberkulose für Plattfußbeschwerden gehalten oder für „Rheumatismus“. Es ist daher bei allen länger dauernden Gelenkbeschwerden große Vorsicht am Platze. Beim Fortschreiten des Tuberkuloseprozesses kommt es dann zur Eiterbildung und zum Durchbruch derselben nach außen. also zur Fistelbildung.