50 und so gewissermaßen als Feder dient. Dann wird auch der ausge- bildete Plattfuß seinem Träger so gut wie nie Schmerzen verursachen. b) Die Hüftgelenks verbiegung (coxa vara) besteht in einer Verbiegung des sog. Schenkelhalswinkels, der kleiner wird, als es normal der Fall ist und recht- und sogar sspitzwinklig werden kann. Diese Verbiegung tritt meist bei jungen Leuten in der Lehrzeit auf, so bei Schlossern, Schmieden, Bäckern und Landwirten und ist die Folge einer Belastung, der der jugendliche plastische Knochen nicht gewachsen ist (vergleiche Rachitis!). Zuerst treten Schmerzen in den Hüften auf; dann wird das Bein scheinbar kürzer, und es nimmt seine Spreizfähigkeit ab, während die Beugefähigkeit erhalten bleibt (Unter- schied gegenüber der beginnenden Hüfttuberkulose). Therapeutisch kommen Ruhigstellung durch Gipsverbände und Kräftigung des ganzen Körpersskeletts durch die schon früher beschriebenen Maß- nahmen in Betracht. Kurz darauf hingewiesen sei noch, daß es auch eine angeborene coxa vara gibt, die leicht zur Verwechslung mit der angeborenen Hüftverrenkung führt und wohl meist auch einer Keim- störung ihre Entstehung verdantt. e) Unter Rückgratsverkrümmung oder Skoliose verstehen wir jede dauernde Ausbiegung der Wirbelsäule nach der Seite. Wir fügen die betr. Seite, rechts oder links der Bezeichnung der Skoliose zu, um hierdurch den Sitz der Verkrümmung kenntlich zu machen, also z. B. rechtseitige Brustwirbelverkrümmung oder link- seitige Lendenwirbelverkrümmung. Die Wirbelsäule ist ein elastischer Stab, der aus 24 einzelnen Segmenten, den Wirbeln, besteht. So haben wir 7 Hals-, 12 Brust- und 5 Lendenwirbel. Diese Wirbel sind untereinander gelenkig ver- bunden und tragen zwischen ihren Körpern noch elastische Knorpel- scheiben. Die Beweglichkeit der einzelnen Wirbel gegeneinander ist nur eine geringe, die Beweglichkeit der ganzen Wirbelsäule indessen eine recht ausgiebige, besonders in der Beugung nach vorn. Rein seitliche Bewegungen sind dagegen bei der Art des Baues der Wirbel- säule nicht möglich. Biegt sich die Virbelsäule nach der Seite aus, so macht der im Scheitel des Bogens sitzende Wirbel eine Drehung nach der Seite der Convexität hin. Bleibt nun diese Ausbiegung bestehen, das heißt, wird aus einer vorübergehenden Bewegung ein bleibender Zustand, d. h. eben eine Skoliose, so wird dieser Scheitelwirbel nicht mehr symmetrisch belastet, sondern die concave Seite erfährt einen größeren Druck, und auf diese Weise werden die gewaltigen Form- veränderungen der sskoliosen Wirbel eingeleitet. Die Wirbelsäule ist nur imstande, sich aufrecht zu erhalten durch die Anspannung der Rückenmuskulatur. Fehlt letztere, so sinkt die Wirbelsäule schlaff zusammen, wie wir es beim Ohnmächtigen oder