12. Die menschlichen Kräfte in der Wirtschaft. Von Professor Dr.-Ing. Adolf Friedrich, Karlsruhe, In einer Zeit, in der sich das Wirtschaftsleben in scheinbar ständigem Kampfzustande befindet, die sich auszeichnet durch ein dauerndes Schwanken der Wirtschaftsbedingungen, durch Unstetigkeit und Kopflosigkeit, erscheint es fast als selbstverständlich, daß ein allgemeines Streben nach Organisation vorhanden ist. Diese Organi- sation, die in dem ganzen Ablauf der Arbeit Klarheit schaffen, die in unser Werktagswirken Harmonie hineintragen soll, ist es, welche die Menschen augenblicklich mehr denn je bewegt. Unmöglich ist es, die Probleme dieser Organisation und der Wirtschaft lösen zu wollen, ohne stärkstes Eingehen auf die menschliche Arbeit, auf das Wesen und Wirken des Menschen. Der Mensch trägt das Schaffen. Durch menschliche Kraft hindurch geschieht alles, was wir an Arbeitstat und Werteschaffung erblicken, Und dieses Wirken des Menschen ist um so höher, je mehr er nach Harmonie strebt, je mehr Reibungslosig- keit in seinem Innern wie in seiner gemeinsamen Arbeit vorhanden ist. Wenn wir die Forderung möglichst hoher Reibungslosigkeit, möglichst großer Harmonie als Grundlage jeden produktiven Schaffens an die Spitze stellen, so müssen wir erkennen, daß in dem Zwiespalt zwischen Mensch und Arbeit ein Grundübel vorliegt, das uns in jeder Weise hindert, überhaupt Wirtschaft in wahrstem Sinne des Wortes aufzubauen, Mensch und Arbeit zu vereinen, ist tat- sächlich das Problem, das wir lösen müssen, wenn wir wirklich ein Höherführen des einzelnen und der Gesamtheit ehrlich im Auge haben. Wenn wirklich eine lebendige Wirtschaft aufgebaut werden soll, eine Wirtschaft, die alle kraftvollen, lebendigen Quellen zusammenschließt, dann kann sie sich nur gründen auf ein Eingehen auf das Leben in der Arbeit, auf die natürlichen Wachstumsbedingungen zu höheren Zielen. Lebendige Wirtschaft aber tut uns bitter not, wenn wirklich von einem Aufstieg die Rede sein soll, Wenn nun alle Wirtschaft von menschlicher Arbeit getragen ist — und sie ist es tatsächlich —, so erscheint es notwendig, diese näher zu