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        <title>Die deutsche Wirtschaft</title>
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      <div>Messen und Ausstellungen, 1 
mittel. Wenn im Auslande mehrere deutsche Messen nebeneinander 
Propaganda machen oder sich sogar konkurrenzmäßig bekämpfen, so 
wird der ausländische Einkäufer leicht verwirrt und abgeschreckt, was 
in erster Linie der englischen Wirtschaft zugute kommt, deren grund- 
sätzlich zentralisiertes Messewesen dann die Einkäufer mit Leichtig- 
keit an sich ziehen würde, Soll das verhindert werden, so muß endlich 
zu einer durchgreifenden Ordnung des deutschen Messewesens ge- 
schritten werden, um vor allem zu erreichen, daß dieses dem Auslande 
gegenüber als ein einheitliches Ganzes erscheint. Es kann selbst- 
verständlich keine Rede davon sein, daß etwa für Leipzig ein Monopol 
beansprucht wird, doch muß zweifellos bei einer Neuordnung an- 
erkannt werden, daß Leipzig die Zentralmesse für ganz Deutschland 
bildet und daß weitere allgemeine Messen unnötig sind und zweifellos 
ungünstig wirken. Alle anderen bereits bestehenden Messen könnte 
man am besten als regionale oder als Branchenveranstaltungen in das 
deutsche Messewesen einordnen, Die Auffassung muß durchdringen, 
daß das Messewesen eine allgemeine deutsche Angelegenheit ist. 
Auch das Ausstellungswesen hat in Zukunft große Bedeutung, be- 
sonders auf dem Gebiet internationaler Fachausstellungen oder solcher 
Ausstellungen, die nach ganz bestimmtem Programm wichtige Zusam- 
menhänge der Weltwirtschaft aufweisen wollen. Das deutsche Aus- 
stellungswesen hat es nicht nötig, durch falsche Anwendung des 
Wortes „Messe‘ nach Popularität zu suchen, Die Messe ist das regel- 
mäßig Wiederkehrende, die Ausstellung das besondere Einmalige; darin 
liegt die Aufgabe beider auch in Zukunft deutlich vorgezeichnet.</div>
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