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        <title>Die deutsche Wirtschaft</title>
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      <div>Die staatspolitische Bedeutung der Landwirtschatt, 459
eigenen Produktion trotz des Verlustes wertvoller landwirtschaftlicher
Erzeugungsgebiete möglich sein wird, ist unbedingt zu bejahen, Die
landwirtschaftlich benutzte Fläche Deutschlands ist durch den Friedensvertrag
 um 14,2 %, die Bevölkerungszahl nur um etwa 9,97 %
vermindert worden. Trotzdem ist es nach dem Stande der heutigen
landwirtschaftlichen Wissenschaft durchaus möglich, dem Boden die
erforderlichen Mehrwerte abzuringen, wenn es nur gelingt, die Errungenschaften
 der Wissenschaft rasch in großem Umfange für die
Allgemeinheit der Landwirtschaft nutzbar zu machen. Auf diesem
Gebiete liegt eine sehr wesentliche Aufgabe der landwirtschaftlichen
Organisationen sowie der Staatsbehörden, Ihr Ziel muß sein, durch
raschen und zweckmäßigen Ausbau von landwirtschaftlichen Unterrichtsanstalten
 — Universitäten, Landwirtschaftsschulen, Versuchsgütern
 usw. — die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung der
Allgemeinheit nutzbar zu machen und durch eine zweckmäßige Wirtschaftspolitik
 das Preisverhältnis zwischen landwirtschaftlichen Produkten
 und Produktionsmitteln dahin zu beeinflussen, daß für den einzelnen
 Landwirt privatwirtschaftlich eine möglichst starke Anwendung
von Produktionsmitteln in Form von Kunstdünger, Maschinen und
Arbeitskräften je Hektar der Fläche vorteilhaft erscheint. Wie groß auf
der heutigen Kulturfläche die Möglichkeit einer Ertragssteigerung noch
ist, soll durch folgende Betrachtungen angedeutet werden.
In den letzten Jahren vor dem Kriege hatte Deutschland einen Bestand
 von etwa 10,5 Millionen Milchkühen, deren Durchschnittsmilchertrag
 auf höchstens 6 Liter täglich mit einem Fettgehalt von etwa
3 % zu schätzen ist. Nach Abzug der verfütterten Milch blieben etwa
20 Millionen Tonnen Milch mit 600 000 t Fettgehalt zur menschlichen Ernährung
 übrig, Zahlreiche auf Leistung gezogene hochwertige Herden
ergaben in den Jahren 1913 und 1914 unter für die Viehhaltung durchaus
 nicht günstigen klimatischen und Bodenverhältnissen einen Durchschnittsertrag
 von über 10 Litern je Kuh mit einem Fettgehalt von
3,5 %. Das sind über 4 Liter mehr als der Reichsdurchschnitt. Angenommen,
 daß dieser um nur 2 Liter gesteigert und der Fettgehalt auf
3,25 % erhöht würde, so ergibt das, auf den heutigen Bestand an Milchkühen
 berechnet, nach Abzug der gleichen verfütterten Menge einen
Ertrag von etwas mehr als 21 Millionen Tonnen Milch mit rund 685 000 t
Fett, Danach würde schon jetzt, trotz unseres absolut und relativ zur
landwirtschatlich benutzten Fläche verminderten Viehstapels die Friedensproduktion
 übertroffen werden können. Falls in Kürze die Rentabilität
 der Landwirtschaft wiederhergestellt wird und in Zukunft gesichert
 bleibt, ist es nur eine Frage der Zeit, wann die frühere starke
Viehhaltung wieder erreicht und der Bestand an Milchkühen um die zur</div>
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