Schulwissenschaftliche Vorbildung, vorhanden ist, soll man auch „Unbemittelten“ das Studium ermög- lichen. Dann aber ist es Pflicht, vor Beginn des Studiums sich nach Beschaffung der Geldmittel umzusehen. Denn es ist ein wirkliches Elend, wenn man es sieht, wie „arme“ Studenten sich quälen müssen, das un- bedingt Nötigste zusammenzubetteln und die Almosen anzunehmen. So oder so, Almosen sind es schließlich doch, die gegeben werden müssen. Diese zu erbitten, ist aber nicht jedermanns Sache. Und wer es gegen sein Gefühl tun muß, der leidet um so furchtbarer unter solchem Zustand. Statt daß so ein junger Mensch eine fröhliche, unverkümmerte Studenten- zeit hat, drücken ihn Sorgen und gewaltige Not. Darunter leidet das Studium, leidet die Charakterbildung. Freilich gibt es auch manche, die auf das Beschaffen von Stipendien und Studienbeihilfen, Freitischen usw. zu „laufen“ verstehen. Das ist allerdings eine Art Menschen für sich. — Wer lange Jahre sich mit Studierenden befaßt hat, wer sich dabei Mühe gegeben hat, in das innerste Wesen dieser jungen Menschen hinein- zusehen, der kennt ihren Frohsinn, ihren Lebensmut, ihre Ideale, aber auch ihre Nöte, ihre Sorgen und den Ernst der Bitterkeit, der auf ihrer Seele liegt, wenn ihnen die Mittel zum Studium fehlen und sie abseits von den anderen Kommilitonen stehen müssen, denen ein besseres Ge- schick sorgenlose und frohere Studienzeit beschieden hat. Darum nochmals, wer nicht die erforderlichen notwendigen Geldmittel zum Studium aufzubringen vermag, der bleibe von der Hochschule weg. Er verdirbt sich die schönsten Jahre seines Lebens, geht vielleicht noch gar am Ziel vorbei. — Im übrigen verweise ich hier auf den Abschnitt: „Studienbei- hilfen“ und „Kosten des Studiums“, um die Möglichkeit zu zeigen, daß unbemittelte begabte Studierende Zuschüsse zu ihrem Studium auf der Hochschule erhalten können. 3. Schulwissenschaftliche Vorbildung. a) Reifezeugnisse. Zu dieser allgemeinen Frage nach den Voraussetzungen für das Stu- dium überhaupt, kommt noch eine ganz besondere für das Studium der Staats- und Wirtschaftswissenschaften hinzu. Und zwar die, welche Art der Schulanstalten die beste Vorbereitung für das Studium der Staats- und Wirtschaftswissenschaften gewährleistet. Wir haben es hier mit dem Studium einer jüngeren, ganz modernen Wissenschaft zu tun, die nicht aus dem klassischen Altertum zu uns herübergekommen ist, sondern die die heutigen wirtschaftlichen Belange und Beziehungen der lebenden Völker unter einander erforscht, einer