<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Das Studium der Staats- und Wirtschaftswissenschaften auf den Universitäten und Hochschulen Deutschlands und die Doktorwürde (Dr. rer. pol.)</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Otto</forname>
            <surname>Schröder</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>1689999594</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>Anleitung zum Studium der wirtschaftlichen Staatswissenschaftten. .. 
liche Übung zu absolvieren. Notwendig: sind weitere gründliche theore- 
tische Studien. Zu diesem Zweck ist Teilnahme an theoretischen Vor- 
lesungen oder Übungen für Fortgeschrittene zu empfehlen. 
Das sechste Semester ist möglichst wenig mit Vorlesungen zu be- 
lasten, um Zeit für planmäßige Wiederholung (Examensvorbereitung) zu 
gewinnen. 
Dieses Repetieren soll nicht in mechanischem Auswendiglernen be- 
stehen, sondern in kritischer Verarbeitung der während der vergangenen 
Semester aufgenommenen Anregungen. Sehr wertvoll ist es vor allem, 
wenn sich der Kandidat etwa vom fünften Semester an (regelmäßig nicht 
früher!) einem bevorzugten Wissensgebiet zuwendet, um hier selbständige 
wissenschaftliche Studien zu betreiben. Plangemäße Lektüre der volks- 
wirtschaftlichen Klassiker, der wichtigsten Fachzeitschriften, sowie des 
Handelsteils führender Tageszeitungen ist dringend anzuraten. 
Diejenigen, die sich entschlossen haben, nach bestandenem Diplom- 
examen in voller Würdigung der an sie gestellten hohen Anforderungen 
zu promovieren, können sich um Zulassung zu einem Seminar für Fort- 
geschrittene bewerben. Die Entscheidung über ihre Aufnahme wird da- 
durch günstig beeinflußt werden, daß die Antragsteller den besonders er- 
folgreichen Besuch von Anfängerübungen mit schriftlichen Arbeiten nach- 
zuweisen vermögen. Die Studieneinteilung für die ins Seminar Aufgenom- 
menen wird die gleiche sein, wie die für die übrigen Studierenden vor- 
geschlagene. Aus den eigenen Arbeiten wird die Anregung zu einer als 
Dissertation geeigneten größeren Abhandlung selbständig gewonnen 
werden. Die dem Diplomexamen folgenden Semester sollen weniger dem 
Besuch von Vorlesungen, vielmehr hauptsächlich der selbständigen wissen- 
schaftlichen Arbeit gewidmet sein.“ 
Etwas eingehender und festumrissener ist der Studienplan, den die 
Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Breslau den 
Studierenden der Wirtschaftswissenschaften empfiehlt. Wir lassen ihn 
hier folgen: 
Studienplan 
für die Studierenden der Wirtschaftswissenschaften 
an der Universität Breslau. 
Den Studierenden der Wirtschaftswissenschaften wird {folgender 
Studienplan empfohlen: 
A. Vorlesungen: 
ab l. Semester: 
Einführung in die Nationalökonomie auf wirtschaftsgeschichtlicher und 
literaturgeschichtlicher Grundlage, 
Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, Buchführung und Bilanzen, 
27</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
