Berufsverbände in der Forst- und Holzwirtschast. 69 In einer kritischen Studie über den „Neuaufbau der deutschen industriellen Interessenorganisationem)“ macht Dr. S. Tsch ier schk y , der bekannte Herausgeber der ,„Kartell-Rundschau“, den Versuch einer Systematik der bisherigen industriellen Interessenorganisation. Indem er als Gliederungsprinzip den ,„Arbeitszweck in Verbindung mit dem Arbeitsgebiete“ verwendet, kommt er zu folgendem Klassifikationsschema der industriellen Interessenorganisationen: A. Sachlich nach dem Arbeit szwecke : ]. Wirtschaftspolitische Verbände : 1. Allgemeine Verbände, das sind Verbände zur Vertretung der wirtschaftspolitischen Interessen der Gessamtindustrie, 2. Fachv erb ände, das sind Verbände zur Vertretung der wirtschaftspolitischen Interessen einer spezifischen Industrie oder Industriegruppe, Sonderzwec verbände, das sind Verbände zur Vertretung einzelner bestimmter wirtschaftspolitischer Aufgaben. I So zialpolitis<h e Verbände : Arbeitgeberverbände, Streikentschädigungsgesellschaften. J. Privatwirtschaftliche Verbände : 1. Kartelle (Konventionen, Syndikate), 2. Einkaufsgenossenschaften u. ä. |V. Wisssenschaftlich-technische Verbände. B. Nach den r äu ml ich en Arbeitsgebieten: I. Reichsverbände, Il. Landes- und Bezirksverbände, II]. Lokalverbände. Von den in diesem Schema unter A aufgeführten Verbänden interessieren uns hier nur die unter 1, Il und IV genannten Verbände. Was jedoch ihre Gliederung anlangt, so scheint es uns für unseren speziellen Zweck vorteilhafter und logischer, sie in 2 statt in 3 Hauptgruppen zu sondern, nämlich in: I. ideelle oder wissenschaftlich-technische Verbände und !]. materielle oder wirtschasts- und sozialpolitische Verbände. Während die ideellen Verbände in der Holzindustrie nur von geringer Bedeutung sind, haben sie in der Forstwirtschaft unter dem Namen „Forst vereine“ von jeher die bedeutsamste Rolle gespielt, ja sie haben sogar, wie später noch deutlich werden wird, bis in unsere Tage hinein die Organisation der Forstwirtschaft schlechthin repräsentiert. Die materiell gerichteten Verbände lassen sich wieder in wirtschaftspolitische und sozialpolitische und die sozialpolitischen wieder in Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände gliedern. Berufsverbände in der Forstwirtschaft. Der Kampf zwischen Kapital und Arbeit, der in der Holzindustrie schon seit Jahrzehnten tobt und dort eine Fülle von Berufsverbänden der verschiedensten Art erstehen ) Sonderabdruck aus der „Kartell-Rundschau“, 17. Jahrgang, 1919, Heft 1 bis 5.