lebt in einem realen Gebiete, das bestimmte Bodenfrüchte trägt, bestimmte Mineralschätze birgt, bestimmte Verkehrsbedingungen (Meeresküste, Flüsse, Gebirgspässe, Ebenen usw.) besitzt. Sie besteht aus einer Bevölkerung von bestimmter bio-psychologischer Beschaffenheit, für die ganz allgemein das folgende gilt: wie immer sie im einzelnen beschaffen sein möge, ob es sich um eine Bevölkerung von auffällig gut oder auffällig schlecht ent- wickelter Körpergröße und Kraft handele (als polare Beispiele nennen wir die riesenhaften Südseeinsulaner auf der einen, die zwerghaften Kümmerrassen der Jägerstämmchen auf der anderen Seite); ob es sich fernerhin um eine Bevölkerung von ausnehmend hoher geistiger Begabung handele, als welche z. B. Galton die Athener anspricht, oder um eine solche von scheinbar sehr ge- ringer durchschnittlicher Begabung, wie sie nach manchen Ethno- logen z. B. die Neger haben sollen: immer wird sich innerhalb dieser gegebenen Bevölkerung das Bild der „binomialen Kurve“ ergeben, kraft des „Gesetzes der großen Zahl“. Nach diesem Ge- setze sind die Fälle, die einem bestimmten arithmetischen Mittel- wert am nächsten stehen, die weitaus häufigsten. Die Abweichungen werden, je größer sie werden, nach oben wie nach unten hin immer seltener, bis schließlich das Maximum der Abweichung sowohl positiv wie negativ sich nur noch in ganz wenigen oder sogar nur einzelnen Fällen vorfindet. Dieses Gesetz gilt unbestritten für die sämtlichen körperlichen und moralischen und, soweit wir sehen können, auch für die geistigen Eigenschaften. Auf diesen natürlich bedingten Eigenschaften jeder Gesell- schaft, also auch jeder Wirtschaftsgesellschaft, ruhen nun soziologisch bedingte: einer bestimmten Dichte der Bevölkerung entspricht eine bestimmte Höhe der Kooperation, und dieser eine bestimmte Technik, die wieder vor allem auf den vorhandenen Rohstoffen beruht. Da ferner jedes reale Gebiet Böden verschiedener Fruchtbarkeit enthält, und die Urproduktion unter dem Gesetz der sinkenden Erträge steht, muß sich unter bestimmten Verhältnissen Grundrente bilden. Diese Verhältnisse sind für uns gegeben. Denn wir haben uns ja die Aufgabe gestellt, den Kapitalprofit aus dem Wert abzuleiten, und haben daher eine geldwirtschaftlich entfaltete kapitalistische Gesell- schaft zu untersuchen. Alle ihre Kennzeichen: Lohnsystem, Kapital- profit, Grundrente usw. usw. gehören neben den Kennzeichen jeder Wirtschaftsgesellschaft im allgemeinen zu den uns geg ebenen empirischen Daten unserer Rechnung. 10