standen; — und der Sozialismus spricht bis auf das Erfurter Programm herauf überall von der „Monopolisierung“ der Produktionsmittel, freilich ebenfalls, ohne weiter als bis zum Schlagwort zu kommen. Marx insbesondere spricht häufig von der „Hungerpeitsche“, die der Kapitalist über dem Arbeiter schwingt, und leitet die einseitige Dringlichkeit des Arbeitsangebots gleichfalls aus einer „Über- völkerung“ ab, aber freilich nicht aus einer naturgesetzlich, sondern historisch bedingten, aus dem „spezifischen Populationsgesetz der kapitalistischen Wirtschaft“, dem Gesetz der kapitalistischen Ak- kumulation, kraft dessen sich eine für die Verwertungsbedürfnisse des Kapitals ausreichende Reservearmee unbeschäftigter Arbeiter immer automatisch reproduzieren muß, sodaß die einseitige Dring- lichkeit des Austauschbedürfnisses dauernd besteht. Die Deduk- tion ist unhaltbar!): aber daß ein Monopolverhältnis besteht, hat er gesehen und mit unzweideutiger Klarheit dargestellt. Was er das „Kapitalverhältnis“ nennt, ist nach allen Kennzeichen ein wohl charakterisiertes Klassenmonopolverhältnis. 3. Das Bodenmonopol. Es ist also vollkommen klar, ja, es ist evident oder apodeik- tisch, daß ein Einkaufsmonopol der Kapitalisten gegenüber den Arbeitern besteht. Jetzt haben wir die Frage zu erörtern, worin es wurzelt. Daß es nicht primär im Besitz an den produzierten Produktionsmitteln, dem „Kapital“, wurzeln kann, haben wir be- reits festgestellt: denn diese sind beliebig reproduzierbar. Da es aber nirgends anders wurzeln kann, als in dem Besitz von Pro- duktionsmitteln, so bleibt nichts anderes übrig, als seine Wurzel im Bodeneigentum aufzusuchen. Diese Erwägung wird gestützt durch gewisse großartige Tatsachenmassen soziologischer Feststellung. Alle bisherige öko- nomische Theorie, auch die Marxistische, geht stillschweigend von der Prämisse des Gesetzes der ursprünglichen Akkumulation aus. Dieses aber besagt, in meiner absichtlich paradoxalen Zuspitzung ?), daß die politische Geschichte nicht gewesen ist, oder wenigstens in den Institutionen der heutigen kapitalistischen Gesellschaft nicht die geringste Spur hinterlassen hat. Wir haben die psycholo- gischen Gründe dieser überaus starken Zumutung an unsere Gläu- 1) Theorie, S. 1087 £. 2) Mein „Staat‘* (Syst. d. Soziol., II), S. 258] Fr. Oppenheimer, Wert und Kapitalprofit. 3. Aufl. 53