35 schauung, festzustellen, daß alle Arbeiter zusammen, d. h. der „Ge- samtarbeiter“, dem „Gesamtkapitalisten“ den Klassenmonopoltribut des Mehrwerts abtritt; die Verteilung auf die einzelnen Unter- nehmungen interessierte ihn kaum. Übrigens ist es ein Unfug zu behaupten, daß es sich hier um eine nachträgliche Erkenntnis, um einen „verschleierten Widerruf“ seiner ursprünglichen An- schauung erst im dritten Bande des „Kapital“ gehandelt habe. Bereits im ersten Bande steht vollkommen klar: „Weil die Durch- schnittspreise nicht direkt mit den Wertgrößen der Waren zusammen- fallen, wie A. Smith, Ricardo u. a. glauben *).“ Immerhin bleibt hier ein kleiner Schönheitsfehler bestehen: es stellt sich doch heraus, daß die Wertrelation dieser Güter sich doch nicht genau nach der in ihnen „geronnenen“, nach Zeit ge- messenen durchschnittlichen Arbeit einstellt. Wir werden später noch genauer darstellen, daß unsere Wertlehre, die ja gar nicht Arbeitsmengen- oder Arbeitszeittheorie des Warenwertes ist, diesen Schwierigkeiten entgangen ist. Wir können ohne Bedenken daran gehen, die exakte Formel auch für den statischen Preis der kapitalistisch hergestellten beliebig produ- zierbaren Güter zu entwickeln. Sämtliche dazu erforderliche Daten sind jetzt in unserer Hand, Wir kennen den Einzelprofit pro Arbeiter. Er ist gleich unserem Durchschnittseinkommen Z abzüglich des von uns be- stimmten Normallohnes (/) also gleich Z—/ Sämtliche Arbeiter, x an der Zahl, treten sämtlichen Kapitalisten zusammen den Klassenmonopoltribut des Profits in der Höhe von x. (Z—I1) ab. Um die Rate des Profits zu gewinnen, brauchen wir diese Ziffer, deren sämtliche Komponenten uns bekannt sind, nur zu dem gesellschaftlichen Gesamtkapital in Beziehung zu setzen. Auch dafür habe ich die Formel gefunden. Ich betrachte sie als eines der schönsten Ergebnisse meiner bisherigen Arbeit, wenn ich auch bisher (das ist bei dem heutigen Zustande der Kritik in in unserem Fache leider selbstverständlich) nicht die Freude ge- habt habe, sie irgendwo anerkannt zu finden: Seit Beginn unserer Wissenschaft besteht das lebhafte Ge- fühl dafür, daß das sogenannte „Kapital im volkswirtschaftlichen Sinne“ und das „im privatwirtschaftlichen Sinne“ irgendwie iden- tisch sein müssen. Selbstverständlich kann von einer Identität der Substanz nicht die Rede sein: denn Kapital im volkswirtschaftlichen 1) Sar20, Anm. 27.