AA — während einer Stunde verausgabter Wert von bestimmter Größe. Der Begriff „Arbeitsstunde“ will genau so exakt verstanden werden, wie etwa der Begriff „Kilowattstunde‘‘. Das bedeutet auch nicht etwa eine Stunde, in der irgendeine elektrische Arbeit geleistet wird, sondern eine Stunde, während deren eine Arbeit von genau bestimmter Größe geleistet wird. Die „Arbeitsstunde“ ist also selbst ein Wert und konnte nur darum, als „gleichdimensional‘“, als Wertmaß benützt werden. Wer sie als „Zeit“ auffaßt, imputiert M ar x den plumpsten aller elementaren Fehler und sieht lächerlicherweise nicht, daß die Angabe der „Arbeitszeit“, bei den „Arbeitsstunden“ wie bei den Kilowatt- stunden, nichts weiter bedeutet als die Zählung der aufgewendeten und gemessenen Werteinheiten. Ob dieses Wertmaß brauchbar ist, ist eine Frage für sich. Jedenfalls hatte Marx, nachdem er es einmal definiert hatte, nicht mehr nötig, jedesmal ausdrücklich zu betonen, daß sein Maßstab selbst ein Wert sei, so wenig wie es uns bei Längenmessungen jeweils einfallen wird, ausdrücklich hervorzuheben, daß ein Meter ein Längenmaß und nicht ein Temperaturmaß ist. Was uns bei Längenmessungen allein noch interessiert, und was Marx bei seinen Wertmessungen ebenfalls allein noch interessierte, bestand einzig und allein darin, festzustellen, wie oft sein Maßstab in dem zu messenden Objekt enthalten war, d. h. eben zu messen. Darum spricht er nur von der Zahl der Arbeitsstunden, gerade wie der Geodät nur von der Zahl der Kilometer spricht. Aber sein Maß bleibt darum doch ein Wert, und zwar ein Arbeitswert, und seine Theorie eine Arbeitswerttheorie des Warenwertes, Nun habe ich, weil Marx nach meiner Meinung die Be- deutung der bloßen Zahl von Arbeitswertstunden stark überschätzt, d. h. der „Arbeitszeit“ mehr Bedeutung beimißt als ihr zukommt, seiner Theorie als „Arbeitszeittheorie“ die meine gegenübergestellt, die ich als „Arbeitswerttheorie“ bezeichnet habe. Das sind Be- quemlichkeitsausdrücke, kurze Bezeichnungen für komplizierte Be- griffe, die rein denkökonomisch gemeint und vielleicht nicht glücklich gewählt sind’): und da kommt ein angeblicher Marx- schüler und jedenfalls wohlbestallter marxistischer Richter und nimmt das Wort beim Worte, bildet sich ein, Marx habe in der Tat eine Arbeitszeittheorie des Wertes im strengen Sinne des 1} Vielleicht könnte man weniger mißverständlich sagen; unvollkommene und voll- kommene Arbeitswerttheorie; aber das klänge weniger bescheiden, als es gemeint ist. Fr. Oppenheimer, Wert und Kapitalprofit, 3, Aufl. ‚9)