im Verhältnis zu den Produkten anderer Personen ein höheres (bzw. geringeres) Einkommen erbringen“!). Amonn erklärt (II), diese Definition nicht bestreiten zu wollen. Er habe sich „ja schon früher auf ihren Boden gestellt“. Aber er könne, sagt er, es nicht als ihre Konversion anerkennen, „daß jeder, der ein geringeres (bzw. höheres) Einkommen aus seinen Produkten erzielt als ein anderer, geringer (bzw. höher) qualifiziert ist. Das brauche ich wohl nicht zu beweisen. Es liegt offenkundig wieder eine Verwechslung der ‚Fähigkeit‘ mit der Ausnützung oder Verwertung der Fähigkeit vor. Ich bin mir vollkommen bewußt, daß ich dem Sinn, den Oppen- heimer mit seiner Definition verbindet, nicht vollständig gerecht werde. Er gebraucht das Wort ‚Fähigkeit‘ offenbar in einem anderen Sinn, als es in der gewöhnlichen Sprache üblich ist, er sagt aber niemals klipp und klar, was er darunter versteht“. Nun, ich will mich mit der allerdeutlichsten Klarheit aus- drücken: ich brauche „Fähigkeit“ in der Bedeutung, in der die ge- wöhnliche Sprache z. B. von der „Zahlungsfähigkeit“ eines Kauf- manns, der „Wettbewerbsfähigkeit“ eines Fabrikanten, der „Steh- fähigkeit“ eines Leichtathleten spricht. All das ist nichts als der nackte Ausdruck der empirischen Tatsache, daß der Kaufmann seine Verpflichtungen erfüllt hat, daß der Fabrikant seine Produkte mit Vorteil zu dem gleichen Preise verkauft hat wie seine Kon- kurrenz, und daß der Athlet eine Langstrecke in guter Zeit durch- laufen hat. Nun bedeutet aber das Wort „Fähigkeit“ in der gewöhnlichen Sprache noch etwas anderes, nahe Verwandtes, nämlich einen In- begriff von persönlichen und sachlichen Eigenschaften, kraft deren die Fähigkeit im ersten Sinne vorhanden, d. h. der ökonomischen Person die Möglichkeit gegeben ist, die betreffenden Produkte zu Markte oder die betreffenden Leistungen zustande zu bringen. Wir sagen z. B., daß die „Zahlungsfähigkeit“ eines Kaufmanns durch den Bankrott eines Geschäftsfreundes erschüttert ist, daß eine Spinnerei von 1000 Spindeln unter heutigen Verhältnissen nicht „wettbewerbsfähig“ ist, daß ein berühmter Langstreckenläufer durch eine Erkrankung seine „Stehfähigkeit“ verloren hat”). 1) Theorie, S. 468. 2) Die gleiche Doppelbedeutung findet sich auch bei Sachen. Man spricht z. B. von der Backfähigkeit eines Mehls und meint damit nichts anderes, als daß dieses Mehl sich leicht verbacken läßt. Aber man sagt auch hier z. B., daß ein aus auschließ- lich deutschem Weizen hergestelltes Mehl seines großen Wassergehalts wegen nur schlechte „Backfähigkeit‘“ besitzt. A