e NVA. ...- gute Zigarren herstellen und wir sind, was Tabakzucht und Tabak- verarbeitung anbelangt, noch ziemlich weit zurück. Die Badische Anilin- und Sodafabrik hat in sehr dankenswerter Weise eine Tabakverarbeitungs- versuchsstation auf ihrem Verssuchsgute Limpurgerhof bei Ludwigshafen eingerichtete. Ich war in diesem Sommer mit ca. 100 Studierenden der landwirtschaftlichen Hochschule dort und wir bekamen dort echte Limpurger Havannas vorgessettt, die nach allgemeinem Urteil auch einem ziemlich ver- wöhnten Geschmack genügen könnten. Der Tabak war zeitweilig unter Halbschatten gezogen und einem besonderen Aufbereitungsverfahren unter- worfen. Es geht eben beim Tabak wie beim Wein. Wer den rechten Erntezeitpunkt nicht abzupassen und die Gärung nicht richtig zu führen weiß, der kann keinen guten Wein gewinnen. Auch auf dem Gebiete des Obstbaues ist noch viel zu tun und namentlich durch genossenschaftliche Organisationen zu erreichen. In Frankreich ist man z. B. auf dem Gebiete der Organisation des Obstexportes viel weiter als bei uns. Man sorgt dort viel mehr für genossenschaftliche Sortierung und Verpackung und hat im Auslande große Obstläger eingerichtet. In Holland geht man ähnlich vor. Dort werden jetzt vom Landesverbande der Obst- und Gartenbauvereine Obstsortiermaschinen aufgestellt. Stellen- weise rührt man sich allerdings in Deutschland neuerdings auch mehr als früher. Sehr wirksam sind z. B. die zweitägigen Obstpackerkurse, welche die Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg zu wiederholten Malen in Werder abhielt. Außerdem hat die Gartenbauzentrale A. G. in Berlin jetzt Obstlagerhallen eingerichtet. Es kommt eben heute überall darauf an, daß die Landwirte sich selbst zu helfen suchen und sich dabei gegenseitig zu unterstützen suchen, denn von dem verarmten Staate ist viel Hilfe nicht zu erwarten. Umstellung und Schulung der Menschen ist dabei aber die Hauptsache. Je teurer die sach- lichen Produktionsmittel werden, desto mehr muß die Produktion auf persön- liche Leistungen abgestellt werden. Diese Leistungssteigerungen der Menschen muß bei allen in Betrieben tätigen Menschen erreicht werden. Bei den Lohnarbeitern muß das Haupthemmnis dazu, nämlich der Wohnungszwang, so bald wie möglich abgebaut werden und muß der Landarbeitsunterricht, insbesondere der für die Viehpfleger (Lehrgänge für Schweinepfleger, Schäfer), für Maschinenführer usw. ausgebaut werden. Auch die Hausfrauenbildung muß mit allen Mitteln gefördert werden, denn die Tüchtigkeit der Hausfrau wird immer wichtiger für den Erfolg des landwirtschaftlichen Betriebes. Namentlich an unseren Winterschulen müssen Parallelklassen für die weib- liche Landjugend eingerichtet werden, zunächst mit fünfmonatlichen Lehr- gängen. Der miärkische Verband ländlicher Hausfrauenvereine hat bereits bis zum Ablauf des Geschäftsjahres 1924 an 11 landwirtschaftlichen